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Angriffe auf Polizisten: Ausufernde Partys aufgelöst

Angriffe auf Polizisten : Ausufernde Partys aufgelöst

In Köln, Düsseldorf und Münster laufen in der Nacht Open-Air-Partys an beliebten Orten aus dem Ruder: Feiernde widersetzen sich Aufforderungen, bewerfen Einsatzkräfte mit Flaschen, zünden Böller und randalieren. Mehrere Beamte werden verletzt.

Flaschenwürfe, Pyrotechnik und Körperverletzungen: In mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen sind in der Nacht auf Samstag Open-Air-Partys eskaliert. Im Grüngürtel am Aachener Weiher in Köln wurden bei der Auflösung einer Feier mit rund 1000 Teilnehmern zwei Polizisten und ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes durch Flaschenwürfe leicht verletzt. Alle drei blieben jedoch dienstfähig, wie die Polizei berichtete.

„Die Aggressivität und Respektlosigkeit gegenüber den Kollegen des Ordnungsdienstes und der Polizei hat mich tief erschüttert“, sagte Andrea Blome, Leiterin des Krisenstabs der Stadt Köln, am Nachmittag in einer Stellungnahme. Während in weiten Teilen des Stadtgebietes die Menschen die Lockerungen der Corona-Regeln verantwortungsvoll im Freien genossen hätten, sei die Situation am Aachener Weiher eskaliert.

Die Stadt hatte die Polizei am Freitag gegen 23.00 Uhr um Amtshilfe bei der Auflösung der Party gebeten. Diese fuhr laut einem Sprecher mit „starken Kräften“ dorthin. Zwei DJ-Pulte wurden sichergestellt - die DJs hatten bereits das Weite gesucht. Die Menge zerstreute sich anschließend. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um eine organisierte Party handelte.

Situation im Laufe der Nacht eskaliert

Auch in Münster räumte die Polizei „wegen aggressiver Randalierer“ eine beliebte Wiese am Aasee. Nachdem Kontrollen der Stadt zunächst Wirkung gezeigt und Hunderte Besucher friedlich gefeiert hatten, sei die Situation im Laufe der Nacht eskaliert, teilte die Polizei mit. Bis zu 250 teils betrunkene Menschen hätten sich versammelt, Böller gezündet, Plastik- und Glasflaschen auf die Einsatzkräfte geworfen und Aufforderungen über Lautsprecherdurchsagen ignoriert. Ein Mann habe sich etwa nach einem Körperverletzungsdelikt den Maßnahmen widersetzt und einen Polizisten leicht verletzt.

Nach der Räumung kam es laut Polizei auch zu Sachbeschädigungen an Blumenkübeln und Fahrrädern sowie Lärmbelästigungen. Die Beamten fertigten zahlreiche Strafanzeigen. Fünf Menschen wurden in Gewahrsam genommen und mussten die Nacht im Polizeipräsidium verbringen.

Düsseldorfer Altstadt nähert sich „Vor-Corona-Niveau“ an

Bei Einsätzen in Düsseldorf sind am Wochenende fünf Polizisten verletzt worden. Am Sonntagmorgen wurde eine Beamtin durch einen Flaschenwurf hinterrücks aus der Menge getroffen, wie die Polizei berichtete. Sie kam zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus und musste ihre Schicht beenden. In einem anderen Fall wurde eine Beamtin bei einer Schlägerei durch Reizgas eines Beteiligten leicht verletzt. Sie konnte weiterarbeiten.

Unbekannte attackierten einen 19-Jährigen mit Tritten und raubten ihm seine Kette. In einem anderen Fall wurde ein Mann durch eine abgeschlagene Flasche verletzt. Der Täter konnte flüchten. Insgesamt 21 Personen kamen in Gewahrsam. Die Beamten schrieben sieben Anzeigen wegen Körperverletzungen. Nicht selten wurden die Polizisten bei ihren Einsätzen von einer großen Zahl an Schaulustigen umringt, besonders an der Rheinuferpromenade.

„Wir nähern uns wieder dem Vor-Corona-Niveau“, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. In den beiden Nächten auf Samstag und Sonntag sei jeweils nach Mitternacht eine Art Schichtwechsel beim Publikum festzustellen. Dem normalen Publikum folge dann jeweils ein „eventorientiertes Publikum“, das überwiegend aus jungen Männern bestehe, die offenkundig auf körperliche Auseinandersetzungen aus seien. Bei Durchsuchungen von Personen hätten die Einsatzkräfte unter anderem ein Messer und einen Teleskopschlagstock entdeckt.

(dpa)