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Infektionskurve im Blick: Ausgangssperren weiter möglich, warnt Laschet

Infektionskurve im Blick : Ausgangssperren weiter möglich, warnt Laschet

Trotz aller Maßnahmen zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus sind in Nordrhein-Westfalen weiterhin auch Ausgangssperren möglich. Die Grenzen nach Belgien und den Niederlanden will NRW offen halten.

„Jeder Einzelne hat es in der Hand zu verhindern, dass es Ausgangssperren gibt“, sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Donnerstag in Düsseldorf.

Die Landesregierung analysiere, ob sich die Infektionskurve angesichts der zahlreichen Maßnahmen abflachen werde. Das werde „nicht heute, nicht morgen und nicht am Wochenende“ erreicht sein, sagte Laschet.

Schon jetzt ruhe das öffentliche Leben, und die Grundrechte der Bürger seien stark eingeschränkt worden. „Aber wenn man eine Maßnahme angepackt hat, muss man sie auch mal wirken lassen, ehe man über die dritte und vierte Stufe nachdenkt.“ Das sei im übrigen auch die Haltung aller Bundesländern und der Kanzlerin.

Es sei in NRW mit weiter steigenden Coronavirus-Infektionszahlen zu rechnen, sagte Laschet. Bis zu 14 Tagen könne es dauern, ehe die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus wirkten. Ziel sei es, die Infektionskurve so zu verflachen, dass in zwei bis drei Wochen, wenn vielleicht viele Intensivplätze benötigt würden, auch genügend vorhanden seien.

Die Grenzen zu den Nachbarländern möchte NRW möglichst nicht schließen. „Solange es der Pandemie-Bekämpfung dient, wollen wir, dass die Grenzen Belgien-Niederlande-Nordrhein-Westfalen offen bleiben“, sagte Laschet. „Wenn die Dinge aus dem Ruder laufen, muss man neu nachdenken.“ Er sei mit den Nachbarländern in enger Abstimmung. „Heute ist ein guter Zustand und kein schlechter Zustand.“

Bei einem Gipfel-Treffen mit Spitzenvertretern der NRW-Wirtschaft sei er ausdrücklich gebeten worden, dafür zu sorgen, dass die Lieferketten nicht unterbrochen würden, sagte Laschet. 60 Kilometer Rückstau wegen Grenzkontrollen, vergammelnde Lebensmittel in Lkw und Lieferengpässe bei Medikamenten müssten künftig verhindert werden.

(dpa)