Nach Tumulten im Rheinbad Düsseldorf: Aufsichtsrat der Bädergesellschaft will weiteren Geschäftsführer

Nach Tumulten im Rheinbad Düsseldorf : Aufsichtsrat der Bädergesellschaft will weiteren Geschäftsführer

Nach den Tumulten im Düsseldorfer Rheinbad sucht die Stadt einen neuen Geschäftsführer für ihre Bädergesellschaft. Ob dieser den amtierenden Bäder-Chef Roland Kettler ersetzen oder mit diesem eine Doppelspitze bilden werde, entscheide man erst, wenn ein geeigneter Kandidat gefunden sei.

Das sagte Oberbürgermeister Thomas Geisel am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Der SPD-Politiker stellt sich jedoch auf eine längere Suche ein: „Der Markt nach derartigen Führungspersönlichkeiten ist ziemlich abgegrast.“

Das Rheinbad war Ende Juli nach Tumulten geräumt worden - zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen. Seitdem steht Geschäftsführer Kettler in der Kritik. Im Freibad waren bereits im Juni Videokameras installiert und weitere Sicherheitsmaßnahmen ergriffen worden. Es gilt als strittig, ob die bislang letzte Räumung wirklich notwendig war. Ein Video, das die Situation vor der Räumung dokumentierte, war von der Bädergesellschaft gelöscht worden - nach eigenen Angaben aus datenschutzrechtlichen Gründen.

Nach einer mehrstündigen Krisensitzung am Mittwoch hatte der Aufsichtsrat der Bädergesellschaft die Stadt aufgefordert, einen weiteren Geschäftsführer einzusetzen. Damit fordere man jedoch nicht zwingend die Absetzung des derzeitigen Bäder-Chefs Roland Kettler, sagte Aufsichtsratsmitglied Stefan Wiedon (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. „Die Bädergesellschaft steht vor Herausforderungen, die aus unserer Sicht mit dem vorhandenen Personal nicht zu lösen sind“, sagte Wiedon. „Es geht darum, dass die Leute sich an einem schönen Sommertag wieder einen netten Tag im Freibad machen können.“

Neben einem weiteren Geschäftsführer fordert der Aufsichtsrat laut Wiedon von der Stadt, umgehend ein bis zwei neue Mitarbeiter für Sicherheit und Kommunikation einzustellen. Sie sollen als Schnittstelle zwischen Geschäftsführung und dem Personal in den Bädern vor Ort fungieren. „Das sind Wünsche, denen wir sehr gerne nachkommen“, sagte Oberbürgermeister Geisel. Diese Posten sollten nach Möglichkeit noch in der laufenden Freibadsaison besetzt werden.

(dpa)
Mehr von Aachener Zeitung