1. Region

Aachen: Aufruf zur Solidarität mit einem zerrissenen Land

Aachen : Aufruf zur Solidarität mit einem zerrissenen Land

Von Aachen geht ein Signal aus - ein Signal, das der Solidarität der Christen hierzulande mit den Menschen in Südamerika eine neue Richtung weist.

Denn das Land, das im Mittelpunkt des Starts zur bundesweiten Adveniat-Aktion am kommenden Sonntag im Aachener Dom steht, ist Kolumbien, mit dem das Bistum schon seit vielen Jahren enge Beziehungen unterhält.

Dass es bei der Partnerschaft zwischen den Katholiken im Grenzland und ihren Glaubensgeschwistern in Kolumbien um eine ganz besondere Beziehung geht, bekräftigten am Mittwoch Bischof Heinrich Mussinghoff und sein Amtsbruder Jorge Alberto Ossa Soto bei der Präsentation der deutschland-weiten Aktion in Aachen.

„Diese Partnerschaft ist aus dem Bistum nicht mehr wegzudenken”, versicherte Mussinghoff. Die Heimat von Bischof Ossa liege seinem Herzen sehr nahe, versicherte Mussinghoff. Besonders beeindruckt hätten ihn der rasante Anstieg der Priesterzahlen, aber auch die „drängende Not” der Menschen, die auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg in der Stadt strandeten.

Der Gast aus Kolumbien wusste und weiß sich in Aachen bestens aufgehoben: „Aachen ist eine uns sehr verbundene Diözese”, versicherte der Oberhirte der Diözese Florencia am Südrand der Anden.

Sein Land schilderte Ossa als zutiefst zerrissen: Einerseits mit Früchten des Feldes und bezaubernden Menschen gesegnet, werde es andererseits von sozialer Ungerechtigkeit und verheerenden Auseinandersetzungen zwischen Guerilleros und Vertretern der Staatsmacht heimgesucht. Aufgabe der Kirche sei es nun, den Armen in ihrem Daseinskampf beizustehen.

Ohne den Beistand aus Deutschland im Allgemeinen und Aachen im Besonderen gehe es aber nicht: „Wir brauchen Eure brüderliche Hilfe, damit wir weiter für Frieden und Gerechtigkeit sorgen können”, schrieb der Bischof von Florencia seinen Gastgebern ins Stammbuch.

Einblicke in die Entwicklung der Spenden gab außerdem der Präsident von Adveniat, Weihbischof Franz Grave (Essen). Trotz der rezessiven Wirtschaftslage seien die deutschen Spender weiterhin zur tatkräftigen Solidarität bereit. Allein die Weihnachtskollekte habe 2003 45 Millionen Euro erbracht, so Grave.