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Warnstreiks in NRW gehen weiter: Auch Postbeschäftigte in Aachen legen Arbeit nieder

Warnstreiks in NRW gehen weiter : Auch Postbeschäftigte in Aachen legen Arbeit nieder

Wer am Wochenende auf einen Brief oder ein Paket wartet, der könnte leer ausgehen – denn die Gewerkschaft Verdi läutet bei ihren aktuellen Warnstreiks Tag 4 ein.

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Post setzt die Gewerkschaft Verdi weiter auf Warnstreiks. Am Freitag legten Postbeschäftigte in den Regionen Aachen, Köln, Gütersloh und Dortmund die Arbeit nieder, wie Verdi mitteilte. Auch Freudenberg, Minden, Mönchengladbach, Werl und Moers waren betroffen. Wer auf einen Brief oder ein Paket wartet, könnte also vergeblich warten. Zuletzt war der Anteil liegengebliebener Sendungen aber gering: Am Donnerstag konnten nach Firmenangaben wegen der Warnstreiks bundesweit etwa 2,5 Prozent der Tagesmenge an Briefen und Paketen nicht wie geplant ausgeliefert werden.

Auch am Freitag haben nach Firmenangaben 65.000 Pakete und 356.000 Briefe nicht wie geplant ihre Empfänger erreicht. Der Anteil an der bundesweiten Tagesmenge ist damit weiter gering: Wie die Deutsche Post mitteilte, handelte es sich um 1,2 Prozent der Pakete und um 0,6 Prozent der Briefe.

Die Arbeitsniederlegungen gehen am Samstag weiter. Die Warnstreiks würden ausgeweitet, sagte ein Gewerkschaftssprecher am Freitag in Berlin. Seit Mittwoch hat der Arbeitsausstand dazu geführt, dass Hunderttausende Briefe und Pakete zunächst liegengeblieben sind.

Die Gewerkschaft Verdi fordert in der Auseinandersetzung 5,5 Prozent mehr Geld für 140.000 Beschäftigte und begründet dies unter anderem mit guten Geschäften dank des Paketbooms im Online-Handel. Die Post hält so eine Tariferhöhung für zu hoch, sie verweist auf Einbußen bei der Werbepost und auf die insgesamt schwächelnde Konjunktur wegen Corona.

Zuletzt sah es trotz der Pandemie aber gut aus für den Bonner Konzern: Im zweiten Quartal 2020 kletterte sein Umsatz mit Briefen und Paketen in Deutschland um sieben Prozent auf 3,63 Milliarden Euro. Am 21. September wollen die Arbeitgeber und die Arbeitnehmervertreter ihre Verhandlungen fortsetzen.

(dpa)