Die große Eröffnungsfeier des CHIO: Asterix, Obelix, Karli und ein Knalleffekt

Die große Eröffnungsfeier des CHIO : Asterix, Obelix, Karli und ein Knalleffekt

40.000 Zuschauer erleben spektakuläre Eröffnungsfeier

Waghalsige Stunts, viel Tanz, flotte Musik und ein Feuerwerk zum Abschluss: 40.000 Zuschauer in der Soers erlebten am Dienstag eine farbenfrohe, teils spektakuläre Eröffnungsfeier des CHIO.

Showmaster Hänschen Rosenthal hätte seine Freude an der Eröffnungsfeier zum CHIO Aachen 2019 gehabt. Die 90-minütige, farbenfrohe Show hätte nämlich wunderbar in sein Fernsehquiz „Dalli Dalli“ gepasst. Denn auf die Frage „Was fällt Ihnen alles zum Thema ,Frankreich‘ ein?“ lieferte die Eröffnungsfeier quasi sämtliche denkbaren Antworten: Bretagne, Savoir-­vivre, Can Can, Haute Couture, La Mer, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Champagner, die eine oder andere Baskenmütze und jede Menge Blau-Weiß-Rot.

Die Revue, die der Intendant des Aachener Grenzlandtheaters, Uwe Brandt, unter der Leitung der Sport- und Showchefin des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV), Birgit Rosenberg, inszeniert hat, spielte natürlich mit einigen Klischees des diesjährigen CHIO-Partnerlandes, präsentierte diese aber teils mit Tempo, teils mit Würde, hin und wieder etwas langatmig und zumindest beim Finale mit einer ordentlichen Portion Pyrotechnik. Sowie mit Charme, für den die Moderatoren Arnaud Petit und Nathalie Licard sorgten – wenn sie denn im Stadion zu verstehen waren, was leider manchmal nicht der Fall war.

Den Auftakt machten Traber und Galopper mit den Flaggen der teilnehmenden Nationen und bereiteten so den Rahmen für zwei Kinder: „La France und Deutschland, wir sind Freunde“, sagte die zehnjährige Matilde aus Bordeaux . „Wir freuen uns zusammen mit unseren Freunden aus aller Welt auf den CHIO“, fügte der zwölfjährige Öcher Jong Johnny hinzu, bevor sie unter dem Applaus der 40.000 Zuschauer im ausverkauften Springstadion in der Soers das Turnier ganz souverän für eröffnet erklärten.

„Bitte wenig Reden“, wünschte sich Matilde für die Show. Der Wunsch sollte ihr erfüllt werden. Stattdessen gab es Action von Mario Luraschi und seinem Team, das  furiose Ritte mit waghalsigen Kunststücken zeigte, bevor es mit der Garde Républicaine dann staatstragend wurde im weiten Rund. Am vergangenen Sonntag noch war das Kavallerieregiment am französischen Nationalfeiertag auf den Champs-Élysées in Paris unterwegs. Und kein geringerer als der französische Staatspräsident Emmanuel Macron höchstpersönlich, dessen Schutz zu den Aufgaben der Garde gehört, hat die Reiter nach Aachen entsandt, um die Grande Nation hier zu repräsentieren. Sie bildeten die würdige Kulisse für die Vorführungen der berühmtesten französischen Reitschule, der Cadre Noir de Saumur, die in der Reiterwelt eine ähnliche Bedeutung hat wie die bekannte Spanische Hofreitschule in Wien.

Im Anschluss wurde es sportlich. Unter anderem der ehemalige französischen Weltklassereiter Pierre Durand zog mit vielen Kollegen auf Pferden und Ponys im Schlepptau das Tempo der Show wieder etwas an. Sie zeigten den Zuschauern unter anderem die Sportart Horseball, das Moderator Petit als „Basketball zu Pferde“ treffend beschrieb.

Anschließend ging es auf eine Reise durch die Regionen Frankreichs mit Musik, Trachten und jeder Menge Folklore, womit die Show endlich beim Can Can angekommen war – dargeboten von 150 Tänzerinnen und Tänzern verschiedener Aachener Tanzschulen unter der Leitung von Marga Render umrahmt von sieben Voltigierzirkeln, bevor 280 Models französische Haute Couture präsentierten, die in diesem Fall aber aus Düsseldorf kam. Die Models zeigten nämlich die sehr fantasievollen Abschlussarbeiten der dortigen Designschule.

Mit einer großen Herde Camargue-Pferde, die das Stadion gemeinsam mit Stelzenläufern und einer an einem Ballon schwebenden Frau ganz in Weiß tauchte, sowie Pferdeflüsterer Jean-François Pignon steuerte die Show dann auf das große Finale mit allen mehr als 500 Beteiligten zu. Die Band Les Ricochets mit Sängerin Noémi Schröder spielte live den Soundtrack dazu, umrahmt von jeder Menge Pyrotechnik. Ein Abschluss mit Knalleffekt.