Armin Laschet fährt mit seinem Vater Untertage

Letzte Grubenfahrt : Ministerpräsident nimmt Vater mit in den Schacht

Auch die Familie von Armin Laschet hatte mit Steinkohle zu tun: Der Vater des Ministerpräsidenten war Steiger auf der Zeche Anna I in Alsdorf, bevor er Lehrer wurde. Am Montag begleitete Heinz Laschet seinen Sohn bei einer letzten Grubenfahrt.

An der Seite seines Vaters, eines ehemaligen Steigers im Aachener Revier, hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) eine letzte Grubenfahrt mit Bergleuten unternommen. Auf der Steinkohlenzeche Prosper Haniel in Bottrop besuchte er am Montag den letzten Abbaubetrieb in 1200 Metern Tiefe.

„Mich erfüllt tiefe Wehmut, dass am 21. Dezember hier im Ruhrgebiet die letzte Schicht verfahren wird“, sagte er. Umso mehr freue es ihn, „dass ich heute gemeinsam mit meinem Vater und aktiven Kumpeln eine letzte Fahrt unternehmen konnte“.

Heinz Laschet war Steiger in einem Alsdorfer Bergwerk. Auf seiner Homepage schreibt sein Sohn über ihn: „Er selbst hatte als Bergmann in der Grube Anna I in Alsdorf sein Berufsleben begonnen. Aber die harte körperliche Arbeit, die hohen Gesundheitsrisiken und der Beginn der Kohlekrise ermutigten ihn, nachts zu arbeiten und tagsüber das Seminar zu besuchen, um Lehrer zu werden.“ Sein Vater habe ihm so gezeigt, „dass sich Arbeit lohnt und dass Aufstieg möglich ist“.

Bei dem Besuch würdigte Laschet auch die Aufbauleistung der sogenannten Gastarbeiter. Im Ausland angeworben hätten sie als Bergleute „einen wichtigen Beitrag für den Wohlstand unseres Landes geleistet“.

Prosper Haniel ist das letzte aktive Bergwerk im Ruhrgebiet. Am Freitag hatten die Bergleute die für 2018 geplante Fördermenge von 1,8 Millionen Tonnen erreicht. Bis zum offiziellen Ende des deutschen Steinkohlebergbaus am 21. Dezember soll nur noch sporadisch Kohle gefördert werden.

(dpa)