Sittard: Apfelsinen-Schutz für Sittarder Kirche

Sittard : Apfelsinen-Schutz für Sittarder Kirche

Eine Kirche im gut 30 Kilometer von Aachen entfernten Sittard erhält vor der kommenden Karnevals-Session einen Vandalismus-Schutz. Die Bleiglasfenster der unter Denkmalschutz stehenden Sint-Michielskerk werden jedes Jahr durch ungewöhnliche Wurfgeschosse gefährdet. Spezielle Vorsatzfenster sollen die fragilen Glasfenster nun schützen, berichtet die Tageszeitung "De Limburger".

Grund für die geplante Schutzmaßnahme ist ein Karnevalsbrauch: Am Karnevalsdienstag werden in der Innenstadt rund um den Markt Unmengen von Apfelsinen ausgegeben. Eigentlich sollen die Zitrusfrüchte, insbesondere an kleine Kinder, sorgfältig überreicht werden. Iin den letzten Jahren kam es aber immer wieder dazu, dass Apfelsinen geworfen wurden - und dabei auch das Kirchengebäude trafen. Das habe zu Denken gegeben, so Dekan Wilbert van Rens laut dem "Limburger".

Doch das 1659 im südniederländischen Barockstil erbaute Gebäude wird daher bald sowohl an der Front als auch an Teilen der Seitenfassade 2,5 mal 2,5 Meter großen Schutzfenstern versehen. Die denkmalgeschützen Glasfenster werden dabei sichtbar bleiben.

Da die Michielskerk am Sittarder Markt oft inmitten von öfffentlichen Veranstaltungen mit viel Publikum steht, hat der Kirchenvorstand beschlossen, dass Schutzvorkehrungen für die wertvollen Fenster ohnehin sinnvoll sind. Kosten wird der Anbau der doppelwandigen Schutzfenster etwa 17.000 Euro. Die Stadt übernimmt etwa die Hälfte der Kosten, der Rest wird von Staat und Provinz getragen. Die Bausarbeiten sollen im Frühjahr beginnen.

Dekan Wilbert van Rens befürwortet die Maßnahme, die ihm zufolge "kein überflüssiger Luxus" sei. Die Kirche ist eines der wenigen Gebäude, die bei einem Stadtbrand 1677 nicht verwüstet wurden.

(kt)
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