Aachen: Anschlag in Eilendorf: Nur durch Glück keine Toten

Aachen: Anschlag in Eilendorf: Nur durch Glück keine Toten

13 Hausbewohner hätten sterben können. Und auch die eingesetzten Feuerwehrleute waren zeitweise in Lebensgefahr. In Eilendorf hätte es eine Katastrophe geben können, wenn der Plan des Täters aufgegangen wäre, am 1. März ein Wohnhaus in der Hansmannstraße in die Luft zu jagen.

Zum Glück ging der Plan nicht auf. Was aber nicht heißt, dass es keine Opfer gab.

Mieter wurde schwer verletzt

Weil der Täter nämlich nicht nur die Gasleitung im Haus anbohrte und mit einem Zünder versah, sondern im zweiten Obergeschoss auch noch einen Sack mit Plastikmüll anzündete, wurde ein 52 Jahre alter Mieter durch Rauchgase schwer verletzt. Er verbrachte mehrere Tage auf der Intensivstation. Angeklagt hat die Staatsanwaltschaft nun den 43 Jahre alten Hauseigentümer, der bereits seit 17. März in Untersuchungshaft saß.

Dem Mann wird 13-facher versuchter Mord vorgeworfen, da-rüber hinaus schwere Brandstiftung, das versuchte Herbeiführen einer Explosion, gefährliche Körperverletzung und das Vortäuschen einer Straftat. Wird die Anklage vom Gericht zugelassen, wird in Kürze der Prozess gegen ihn beginnen. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe allerdings.

Anonymer Brief

Eingeräumt hat er lediglich, dass ein anonymer Brief, der bei der Polizei einging, von ihm verfasst wurde. Darin bezichtigt sich jemand der Tat, der aber nicht der 43-Jährige ist. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Angeklagte damit den Verdacht auf eine andere Person lenken wollte.

Wie Behördensprecher Dr. Jost Schützeberg gestern auf Nachfrage sagte, seien an der Zündvorrichtung Spuren des Angeklagten sichergestellt worden. Über die Motive kann die Behörde wegen des Schweigens des 43-Jährigen nur Vermutungen anstellen. Schützeberg: „Es könnte um Mietstreitigkeiten gegangen sein.” Das Haus erlitt bei dem Feuer einen schweren Schaden und war anschließend nicht mehr bewohnbar.

Mehr von Aachener Zeitung