Annegret Kramp-Karrenbauer besucht Fliegerhorst in Nörvenich

Verteidigungsministerin auf Antrittsbesuch : Was AKK in Nörvenich über die Zukunft der Luftwaffe sagt

Annegret Kramp-Karrenbauer besucht Fliegerhorst in Nörvenich

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer absolviert derzeit Antrittsbesuche. Nach einer Stippvisite bei der Marine in Rostock war sie am Freitag in Nörvenich beim Geschwader „Boelcke“ zu Gast.

Der Rundgang galt gleichzeitig als Antrittsbesuch bei der Luftwaffe. In einer kurzen Stellungnahme begrüßte die CDU-Chefin die Entscheidung des Bundestags, das Mandat für den Bundeswehreinsatz in Mali zu verlängern. „Ohne die deutsche Luftwaffe wäre der internationale Einsatz dort nicht möglich“, meinte sie.

Sie betonte zudem, dass man in Zukunft mehr Geld in die Bundeswehr stecken werde. „Mit der Annexion der Krim durch die Russen hat ein Umdenken stattgefunden“, sagte sie. Der Verteidigungsetat erhöhte sich nach Ministeriumsangaben von rund 37 Milliarden Euro im Jahr 2017 auf rund 43,2 Milliarden Euro in diesem Jahr. Damit erfüllt die Bundesrepublik allerdings noch nicht die Vorgaben der Nato, zwei Prozent des Bruttoinlandproduktes in den Verteidigungshaushalt zu stecken. Die Quote liegt aktuell bei 1,2 Prozent.

Eine weitere Steigerung ist für das kommende Jahr vorgesehen, allerdings ist dies koalitionsintern umstritten. Kramp-Karrenbauer sagte beim Antrittsbesuch, dass man auch die Abläufe und Prozesse in der Bundeswehr verbessern müsse. „Es ist schön, wenn wir mehr Geld haben, es aber nicht ausgeben können.“

Mit einer Entscheidung für die Nachfolge des in die Jahre gekommenen Bundeswehrfliegers Tornados rechnet sie im ersten Quartal 2020. „Da sind wir in engem Austausch“, sagte sie zu Kontakten mit der US-Seite. Bei einem Weiterbetrieb der Tornado-Flugzeuge drohen in Zukunft Milliardenkosten. Das Verteidigungsministerium prüft, ob für besondere Aufgaben amerikanische Maschinen vom Typ „F/A-18“ gekauft oder – wie in weiten Teilen der Luftwaffe – auch auf den Eurofighter gesetzt werden soll.

In Nörvenich schaute sich die Ministerin das Waffensystem Eurofighter an und wurde Zeugin einer Alarmübung , bei der zwei Jets ein drittes Flugzeug abfingen. Kramp-Karrenbauer rief am Freitag zur Wachsamkeit bei der Verteidigung der Nato-Ostgrenze auf. Dass es dort beim Schutz des Luftraums immer wieder „Kontakte“ auch der deutschen Luftwaffe mit russischen Flugzeugen gebe, sei „kein theoretisches Szenario“ oder eines, „das in Hollywood in einem Drehbuch geschrieben wird. Deswegen ist es wichtig, dass diese Szenarien hier auch eingeübt werden“, sagte sie. Die Luftwaffe müsse mit „Mensch und Material darauf eingestellt sein“.

Die Luftwaffe ist mit anderen Nato-Verbänden am Schutz des Luftraums in den drei baltischen Staaten am Ostrand der Nato beteiligt. Dort hat sie unter anderem Eurofighter-Flugzeuge im Einsatz.

Bei ihrem Besuch wollte die Ministerin auch die Zeit nutzen, mit den Soldatinnen und Soldaten des Stützpunktes ins Gespräch zu kommen. Dies geschah dann unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Der Ersatz des Tornados ist eines der großen Zukunftsprojekte der Luftwaffe. Bei einem Weiterbetrieb der alternden Maschinen drohen in Zukunft Milliardenkosten.

Der Tornado ist in einer Version auf die elektronische Kampfführung gegen feindliche Radaranlagen spezialisiert. Deutschland setzt das Kampfflugzeug aber auch zur sogenannten nuklearen Teilhabe ein, ein Abschreckungskonzept der Nato, bei dem Verbündete im Kriegsfall Zugriff auf Atomwaffen der USA haben können.

Dazu muss die Tornado-Nachfolgemaschine von den USA zertifiziert werden. Die F-18 hatte eine solche Zulassung bereits in einer früheren Baureihe. Der Eurofighter-Hersteller Airbus erklärt, die Voraussetzungen geschaffen zu haben.

(pan/dpa/red)