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Alsdorf: Anlaufstelle für Angehörige von Demenzkranken

Alsdorf : Anlaufstelle für Angehörige von Demenzkranken

Bislang finden Menschen, die altersverwirrte Angehörige pflegen, in der Region kaum Unterstützung.

Weder in der Stadt Aachen noch in den Kreisen Aachen, Düren und Heinsberg gibt es so genannte niedrigschwellige Hilfs- und Betreuungsangebote zur Entlastung der häufig bis an die Grenze der körperlichen und seelischen Belastbarkeit engagierten Angehörigen. Dabei leiden rund sieben Prozent aller über 65-Jährigen unter der schleichenden Verringerung ihrer geistigen Leistungsfähigkeit, die zumeist mit einer Veränderung der Persönlichkeit einhergeht. Und die meisten der Betroffenen werden zu Hause betreut.

Doch jetzt gibt es Hoffnung für die Angehörigen: Zum 1. Juli wird bei der Verbraucherzentrale in Alsdorf, die bereits seit Jahren die Pflegeberatung im Kreis Aachen übernimmt, eines von sieben geplanten Demenz-Service-Zentren in Nordrhein-Westfalen eingerichtet. Zu dessen Hauptaufgaben wird es gehören, Hilfsstrukturen für Angehörige zu initiieren und beim Aufbau zu unterstützen. „Die sind in der Region nämlich dünn gesät”, sagt Heike Nordmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Landesverbandes der Verbraucherzentrale.

Das Versorgungsamt Düsseldorf weist die Region gar als „weißen Fleck” aus: Landesweit gibt es 250 anerkannte Betreuungsangebote für demenzkranke Menschen und ihre Angehörigen, aber kein einziges in der Region. Es fehlt an Tagesgruppen, Kurzzeitbetreuung, Helferkreisen, Familien entlastenden und unterstützenden Diensten, aber auch an spezialisierten Beratungsstellen. Finanziert werden die vor allem über die 460 Euro pro Jahr, die die Pflegekassen Demenzkranken für die Inanspruchnahme solcher Dienste zahlen.

Aus dem Boden stampfen können die Mitarbeiter des neuen Zentrums solche Angebote aber nicht. Sie sind darauf angewiesen, dass sich Wohlfahrtsverbände oder Vereine, vielleicht auch private Unternehmen oder Kommunen finden, die sich der Aufgabe annehmen. „Das heißt, das Zentrum ist Ansprechpartner für potenzielle Träger”, betont Nordmann. Schlange stehen die allerdings nicht, zumal das Land davon ausgeht, dass die Arbeit weitgehend ehrenamtlich geleistet werden kann. Aber: „Um diese schwere Aufgabe reißt sich keiner”, stellt Hubert de Brouwer vom Caritasverband für die Region Eifel nüchtern fest.