Anklage gegen Rizin-Bombenbauer erhoben: Anschlag in Köln verhindert

Anschlag verhindert : Anklage gegen mutmaßlichen Rizin-Bombenbauer und Ehefrau erhoben

Gegen den mutmaßlichen islamistischen Kölner Rizin-Bombenbauer und seine Ehefrau ist Anklage erhoben worden. Ein Sprecher des Düsseldorfer Oberlandesgerichts bestätigte am Mittwoch auf Anfrage den Eingang der Anklageschrift der Bundesanwaltschaft.

Das Gericht müsse nun über ihre Zulassung entscheiden. Die Anklage werfe dem 30-jährigen gebürtigen Tunesier vor, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat durch den Bau einer Rizin-Bombe geplant zu haben. Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) habe ihn demzufolge zu dem Anschlag ermuntert.

Zuvor sei eine Ausreise zum IS nach Syrien gescheitert. Seiner 43-jährigen Frau wird wegen der Ausreise Beihilfe vorgeworfen. Den Bau der Biowaffen-Bombe sollen sie dagegen gemeinschaftlich geplant haben.

Die Polizei hatte den Islamisten Mitte Juni 2018 festgenommen, seine deutsche Ehefrau Ende Juli. Ermittlungen ergaben, dass er vorhatte, eine mit dem hochgiftigen Bio-Kampfstoff Rizin präparierte Splitterladung „an einem geschlossenen und belebten Ort“ zu zünden, wie es im August hieß.

Für die Sprengladung soll sich der Angeschuldigte Feuerwerkskörper aus Polen besorgt haben. Außerdem soll er versucht haben, Medienpropaganda für den IS zu betreiben und sich so an der Terrorgruppe zu beteiligen.

Der 30-Jährige war den Ermittlern zufolge entschlossen, einen Terroranschlag in Deutschland zu begehen. Er soll sich bereits weit mehr als 3000 Rizinussamen besorgt und daraus 84,3 Milligramm Rizin gewonnen haben. Es wäre der erste Terroranschlag in Deutschland mit einem biologischen Kampfstoff gewesen.

(dpa)
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