Bonn: Anklage gegen Geldtransportunternehmer: 4,3 Millionen Euro fehlen

Bonn: Anklage gegen Geldtransportunternehmer: 4,3 Millionen Euro fehlen

4,3 Millionen Euro sollen in den Kassen eines Bonner Geldtransportunternehmens verschwunden sein.

Die Bonner Staatsanwaltschaft hat am Dienstag den 56-jährigen Firmenchef wegen gewerbsmäßiger Untreue in 272 Fällen und Insolvenzverschleppung angeklagt. Das Bonner Unternehmen hatte sich auf die Betreuung von Parkticket- oder Fahrschein-Automaten spezialisiert. Regelmäßig wurden die Automaten geleert, das Geld sortiert, gezählt und zur Bank gebracht.

Der Geld-Service wurde von zahlreichen Städten und Gemeinden in NRW genutzt. 37 Kommunen sollen geschädigt worden sein. Dazu gehören unter vielen anderen Köln, Leverkusen, Hürth Dortmund, Essen, Hagen, Detmold, Dormagen, Mülheim a.d. Ruhr, Mettmann, Witten oder Castrop-Rauxel.

Der 56-Jährige hatte im September 2006 Selbstanzeige erstattet. Seit dem Jahr 2001 habe er wegen ausbleibender Gewinne die Gehälter seiner rund 25 Mitarbeiter mit den Automaten-Einnahmen bezahlt, gab er an. Entsprechend sei das Defizit gewachsen. Der Verdacht, dass die Millionen beiseite geschafft wurden, hat sich bisher nicht bestätigt. Der Prozess soll im Frühjahr vor der Wirtschaftsstrafkammer des Bonner Landgerichts beginnen.

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