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Düsseldorf: Angeklagte schweigt eisern zu Vorwürfen

Düsseldorf : Angeklagte schweigt eisern zu Vorwürfen

Rund vier Monate nach den Bombendrohungen am Düsseldorfer Flughafen hat am Freitag der Prozess gegen die mutmaßliche Anruferin begonnen.

Die 28-jährige Bauingenieurs-Studentin Marina S. aus Wuppertal schwieg am ersten Verhandlungstag vor dem Düsseldorfer Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, am 14. September, dem letzten Tag der Sommerferien in NRW, mit Bombendrohungen den Betrieb am Flughafen lahm gelegt zu haben.

Rund 150 Flüge mussten umgeleitet werden, etwa 15000 Passagiere saßen fest. Der Flughafen beziffert seine Einnahme-Ausfälle und zusätzlichen Kosten auf eine sechsstellige Summe.

Verlobter entlastet

Die Angeklagte und ihr Verlobter gehörten am Tag der Bombendrohung ebenfalls zu den anwesenden Fluggästen in Düsseldorf. Das Paar wollte nach Teneriffa fliegen. Der 29-jährige Elektroingenieur war zum Prozessauftakt als Zeuge geladen, wollte sich aber ebenfalls nicht zur Sache äußern. Er war zunächst als Anrufer verdächtigt worden, konnte dann aber durch einen Stimmenvergleich mit den aufgezeichneten Anrufen entlastet werden.

Die Angeklagte selbst war bisher nicht zu einer Stimmanalyse bereit. Auf ihre Spur kamen die Ermittler durch das Handy, von dem aus sie einige der Drohanrufe getätigt hatte. Darüber hinaus lagen die Telefonzellen, von denen weitere Bombendrohungen ausgingen, auf dem Weg von der Arbeitsstätte der Angeklagten zu den Eltern.

Der ebenfalls als Zeuge geladene Ex-Freund beschrieb Marina S. als „launische” Person, die die Folgen ihres Handelns nicht immer bedenke. Der Verteidiger merkte am Rande des Prozesses zum Schweigen seiner Mandantin verfahrenstechnisch an, dieses sei nicht mit einem indirekten Tateingeständnis gleichzusetzen. Bei einer Verurteilung muss die Frau mit einer Haftstrafe von bis zu fünf Jahren sowie mit Schadenersatzforderungen des Flughafens Düsseldorf rechnen.