Freispruch: André Rieu muss keine Strafe wegen Kinderarbeit zahlen

Freispruch : André Rieu muss keine Strafe wegen Kinderarbeit zahlen

Der niederländische Stargeiger André Rieu muss doch kein Bußgeld wegen Kinderarbeit zahlen. Das hat jetzt das oberste niederländische Verwaltungsgericht in letzter Instanz entschieden.

Seiner Produktionsgesellschaft war von der zuständigen Arbeitsinspektion eine sechsstellige Summe auferlegt worden, weil während sieben Konzerten im Jahr 2015 auf dem Vrijthof in Maastricht jugendliche Panflötenspieler aus Rumänien aufgetreten waren. Die Konzerte des Johann-Strauß-Orchesters in der Kulisse von Schloss Schönbrunn dauern in der Regel bis Mitternacht. Nach niederländischem Gesetz dürfen bis zu 16-Jährige aber nur bis maximal 23 Uhr und nur in Ausnahmefällen auftreten. Die zwölf Jugendlichen, die zwischen 13 und 16 Jahren alt waren, begleiteten den Panflötenvirtuosen Gheorghe Zamfier.

Rieu war zunächst eine Buße von rund 233.000 Euro auferlegt worden, die später aus Kulanzgründen halbiert worden war. Die Produktionsgesellschaft, vertreten durch Rieus Sohn Pierre, war aber dagegen vor Gericht gegangen.

Schon in erster Instanz hatte Rieu Recht bekommen. Der Richter in Roermond urteilte, dass nicht der Violinist als Arbeitgeber der jungen Leute fungierte, sondern Panflötenspieler Gheorghe Zamfier. In vorhergehenden Jahren seien ebenfalls Minderjährige aufgetreten, dafür habe man immer eine Ausnahmegenehmigung beantragt und bekommen, argumentierte Rieus Anwalt vor Gericht.

Dieser Sichtweise schloss sich nun auch der „Raad van State“ an. Rieu muss also nicht zahlen.

(hau)
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