Es war um 11 Uhr 11: An Rhein und Maas startet die Karnevalssaison

Es war um 11 Uhr 11 : An Rhein und Maas startet die Karnevalssaison

In den rheinischen Karnevalshochburgen ist um 11 Uhr 11 der närrische Frohsinn ausgebrochen. Obwohl das Ganze diesmal auf einen Montag fiel, war der Besucherandrang groß. Und Düsseldorfs Hoppeditz kam auf einem E-Scooter.

In Köln präsentiert sich ein neues Dreigestirn. Dort werden traditionell die meisten Besucher erwartet. Dieses Jahr könnten es ein paar weniger werden, weil der Auftakt der neuen Session auf einen Montag fällt. Die Kölner Polizei ist nach eigenen Angaben mit 1000 Beamten auf der Straße, um Exzessen vorzubeugen.

In Düsseldorf wachte der Traditionsschelm Hoppeditz von den Toten auf: Am vergangenen Aschermittwoch hatte man ihn zu Grabe getragen. Passend zum Streit um den Dauerstau durch Umweltspuren in der Landeshauptstadt kam die jecke Kunstfigur auf einem E-Scooter vor dem Rathaus angefahren - und verspätete sich bei seinem gereimten Vortrag um einige Minuten.

In Aachen wurde der Beginn der närrischen Session bereits am Sonntag gefeiert: Die Öcher Jecken hatten - wie angekündigt - einen Frühstart hingelegt und waren einen Tag früher in die Session gestartet. Rund 2500 Aachener waren beim offiziellen Auftakt am Holzgraben dabei.

Auch in Eschweiler wurde bereits am Sonntag gefeiert. Ab Punkt 11.11 Uhr hatten sich die Karnevalisten dort zum Feiern vor der Marktbühne versammelt. Am Montag ging ab 11.11 Uhr das närrische Programm weiter. Bis in den Nachmittag wurde gesungen, geschunkelt und gefeiert.

In Mainz beginnt die Saison mit einem Countdown, dann wird dort das Närrische Grundgesetz verlesen.

Die Narren sind los - so sah es um 11.11 Uhr auf dem Marktplatz in Eschweiler aus. Foto: ZVA/Irmgard Röhseler

Die heiße Phase des Karnevals beginnt mit den großen Sitzungen im Januar und findet ihren Höhepunkt mit den Rosenmontagsumzügen am 24. Februar. Die Session dauert diesmal bis zum 26. Februar, dann ist Aschermittwoch und bekanntlich alles vorbei.

In Köln kam es in der Vergangenheit kam es nicht selten zu unschönen Szenen wie Trink-Exzessen, Schlägereien, sexuellen Übergriffen und ungebremstem Wildpinklertum.

Dieses Jahr kündigt ein Polizeisprecher an: „Wer nach Köln kommt und meint, er kann hier Karneval mit Aggression feiern, der bekommt von uns die gelbe oder rote Karte.“ Gelb sei Platzverweis, rot Ingewahrsamnahme. Dass der elfte Elfte diesmal auf einen Montag falle, müsse nicht zwangsläufig bedeuten, dass weniger Besucher kämen, so der Sprecher.

Frostige Temperaturen zum jecken Tag

Zum Karnevalsauftakt müssen sich die Jecken in Nordrhein-Westfalen auf frostige Temperaturen einstellen. In den Morgenstunden des elften Elften begann der närrische Tag mit Temperaturen von minus 1 bis minus 3 Grad. Am Nachmittag würden aufkommende Wolken dann schauerartigen Regen bringen, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Morgen mit. Die Höchsttemperaturen erreichen am Montag 4 bis 9 Grad, im Bergland um die 2 Grad.

In den rheinischen Karnevalshochburgen konkurriert der Karnevalsauftakt immer ein wenig mit St. Martin. Die einen singen „Viva Colonia“, die anderen „Laterne, Laterne“. Moderator Guido Cantz („Verstehen Sie Spaß?“) berichtete auf der Bühne auf dem Kölner Heumarkt, er habe am Sonntag beides miteinander kombiniert: Erst sei er auf zwei Herrensitzungen gewesen, und dann habe er in seinem Heimatort Köln-Porz die Martinsgeschichte vorgelesen. Das Rheinland sei eben sehr katholisch.

Cantz (48), der im Karneval als Redner aktiv ist, bezieht inzwischen den einen oder anderen Witz von seinem Sohn. „Mein Sohn ist neun, und der ist sehr karnevalistisch und lustig“, berichtete der Entertainer im WDR-Fernsehen. Zum Beispiel sei er neulich mal gefragt worden, ob er Einzelkind sei. Darauf habe er geantwortet: „Ich bevorzuge die Bezeichnung ,Alleinerbe’.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Närrische Zeit beginnt in Köln und Düsseldorf

(dpa)