Eschweiler: Amin Afify kann bei „The Voice“ alle Juroren überzeugen

Eschweiler : Amin Afify kann bei „The Voice“ alle Juroren überzeugen

Das war ein voller Erfolg für den aus Eschweiler stammenden Sänger Amin Afify. Die Coaches der Musik-Casting-Sendung „The Voice of Germany“ überschlugen sich in der TV-Ausstrahlung auf Pro7 am Donnerstagabend geradezu vor Begeisterung, als der 25-Jährige „Hold on, we‘re going home“ von Drake zur Gitarre sang.

Der sympathische Wahl-Kölner ist nun eine Runde weiter im Wettbewerb und plauderte nach der Sendung ein wenig mit uns über sein großes Ziel, „The Voice of Germany“ zu werden.

Amin wurde in Kairo geboren, hat seine Schul- und Jugendzeit aber in Eschweiler verbracht und erinnert sich gern: „Mit Stadt und Region verbindet mich noch viel. Mit 15 Jahren war ich zunächst Mitglied der Band ‚Stilecht‘. Da waren wir auch Support für Annette Humpe und Adel Tawil, die als ‚Ich + Ich‘ tourten.“

Große Bühnen mit jeder Menge Publikum hat Amin Afify zwar schon erlebt, dennoch findet er den Reiz kleiner, intimer Konzerte spannender: „Ich finde es schöner, in einem Wohnzimmer zu spielen. Das Ganze lebt, ich kann Gesichter erkennen und die Musik kann atmen. Da macht man Musik für Menschen.“ Seine Empathie nimmt man dem warmherzigen Musiker ab.

Seine Eltern Margaret und Mamdouh Afify bezeichnet er als seine „größten Fans.“ Mit seinem WG-Kollegen Sinan lebt er in Köln nach eigenen Angaben in einer „ganz normalen Wohngemeinschaft“.

Amin spielt seit seinem achten Lebensjahr klassisches Klavier, hat aber dann den Schwenk in Richtung eigener Kompositionen als Singer und Songwriter vorgenommen. Den Stawag Music Award 2015 entschied er deutlich für sich: „Tolle Erfahrung, tolle Bühne und ein prima Wettbewerb, weil man nicht gleich eine Million Zuschauer mitbringen muss, um zu gewinnen.“

Der Sänger, der hauptberuflich als Notfallsanitäter beim Rettungsdienst des Kreises Düren arbeitet, bevorzugt Eigenkompositionen: „Coversongs spiele ich nur selten. Als Künstler ist es mir einfach wichtig, mit meiner eigenen Musik identifiziert zu werden.“ 2010 bereits erschien seine erste Demo-CD und nach intensiver Arbeit zu Beginn dieses Jahres schließlich auch das Album „Treehouse“.

Kampf mit sich selbst

Ob es bei der Show das berüchtigte Lampenfieber gab? „Ein wenig davon hilft durchaus. Man muss sich aber noch kontrollieren können, auch richtig atmen. Der Kitzel, unter Anspannung eine Art Kampf mit sich selbst auszufechten, das ist ein Gefühl wie Liebe“, erklärt er. Der intensivste Moment sei gewesen, als er hinter dem Vorhang auf seine Ankündigung wartete. „Die Stimmung beim Studiopublikum glich einem Hexenkessel. Da war ich einfach nur heiß drauf, rauszugehen und einen coolen Auftritt zu spielen.“

Erste Lorbeeren für die wirklich tolle Interpretation von „Hold on“ gab es umgehend. Die Coaches Michi Beck und Smudo drückten zuerst fasziniert auf den Buzzer, rasch gefolgt von den anderen. Das sei schon ein ziemlicher Wow-Effekt gewesen, sagt Afify.

Yvonne Catterfeld wünschte sich mit „Stadt ohne Lichter“ auch einen Song aus der eigenen Feder des Songwriters. Den kann man übrigens auch auf YouTube anschauen und -hören: „Nur Stimme und Gitarre ist ein Konzept, dem ich gerne treu bleiben möchte, weil man eine gute Kontrolle hat und seine Emotionen per Stimme und gleichzeitig mit dem Instrument anpassen kann. Eine unschlagbare Kombination.“

Tipps und Parallelen

Für das Team von Mark Forster hat sich Amin entschieden, weil er glaubt, dass er seine Musik gut versteht, gute Tipps hat und Parallelen in Musikstil und Humor erkennt. Nach der Sendung wäre es der schlimmste Moment für ihn gewesen, eine traurige Mama zu trösten, verrät er. Aber dazu ist es ja erst gar nicht gekommen: „Kurz nach dem Auftritt waren alle Zweifel im Vorfeld, alle Fragen und Bedenken weg. Ich war einfach nur froh, mit meiner Familie und den besten Freunden diese Momente genießen zu können.“

Seit der „Blind Audition“ hat Amin viele Nachrichten über alle erdenklichen Kanäle erhalten. „Es haben sich so viele Leute mit Lob und Unterstützung gemeldet. Das hat mich berührt, und das ist für mich der wahre Lohn.“

„The Voice of Germany“ geht noch in diesem Monat mit Amin Afify in die nächsten Runden.