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Schutzkittel, Mundschutz und Co.: Ambulanten Diensten in NRW geht die Corona-Schutzkleidung aus

Schutzkittel, Mundschutz und Co. : Ambulanten Diensten in NRW geht die Corona-Schutzkleidung aus

Wegen Nachschubproblemen mit Schutzausrüstung gegen das Coronavirus schlagen immer mehr ambulante Pflegedienste Alarm.

„Vielen Pflegedienstbetreibern gehen Schutzkittel, Desinfektionsmittel und Mundschutze aus. Vielleicht zehren sie noch von Vorräten, können aber dann ihre Mitarbeiter nicht mehr schützen“, sagte Claudia Engel, Sprecherin des Bundesverbandes Ambulante Dienste und Stationärer Einrichtungen (bad) am Mittwoch in Essen. Nötig seien örtliche, staatlich organisierte Verteilstellen, um die ambulanten Dienste auch weiterhin arbeitsfähig im Hinblick auf das Coronavirus zu halten.

Zur Neige gehende Bestände an Schutzartikeln seien zur Zeit für viele ambulante Dienste ein massives Problem, bestätigt auch Christian Woltering, Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes NRW. Anders als Krankenhäuser oder große Einrichtungen verfügten diese meist nicht über große Lager und seien jetzt von der Sorge umgetrieben, sich selbst und ihre Patienten nicht mehr ausreichend schützen zu können. „Die Politik darf hier die ambulanten Dienste nicht vergessen. Es bringt ja nichts, wenn die Pflegedienste sich zurückziehen und Infizierte dann nicht versorgt sind und in der Konsequenz in die Krankenhäuser müssen“, betonte Woltering.

Die Betreiber seien in großer Sorge, durch etwaige Quarantänemaßnahmen die Pflegebedürftigen nicht mehr betreuen zu können, sagte Engel vom bad. „Es muss ja nur ein Kunde oder Mitarbeiter infiziert sein, und ihnen wird unter Umständen der ganze Betrieb geschlossen. Dann wären Patienten unversorgt“, sagte Engel weiter. Zur Angst um Patienten und Mitarbeiter komme für die Betreiber noch die Sorge um die eigene wirtschaftliche Existenz: „Wegbrechende Einnahmen können sie nicht lange auffangen und auch nicht so leicht wieder aufholen“. Da brauche es einfache Lösungen. Die ambulanten Dienste forderten, „dass die Kranken- und Pflegekassen die Leistungen weiter übernehmen, auch wenn es zu coronavirus-bedingten Ausfällen kommt“, sagte Engel.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz macht zusätzlich auch auf die Situation einer großen Zahl von Patienten aufmerksam, die zuhause von Pflegerinnen aus Osteuropa versorgt werden. Weil immer mehr Länder ihre Grenzen schlössen, machten sich viele Pflegerinnen auf den Heimweg, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch. „Wenn diese guten Geister weg sind, drohen massive Probleme“, mahnte Brysch. Es brauche dringend Notfallpläne, um diese und andere wegbrechende Ressourcen für Pflegebedürftige aufzufangen. „Das ist doch genau die Gruppe, die es jetzt besonders zu schützen gilt“, sagte Brysch.

(dpa)