Aachen: Am Mittwoch steigt die Temperatur an der exzellenten RWTH

Aachen: Am Mittwoch steigt die Temperatur an der exzellenten RWTH

Eigentlich möchte man annehmen, dass die RWTH Aachen am Mittwoch, kurz nach 16 Uhr mitteilt, dass ihre vier Bewerbungen für die neue Phase des Wettbewerbs um Exzellenz sämtlichst durchgewunken wurden.

Sicher kann sich die Hochschule aber nicht sein. Die Konkurrenz ist enorm, weit größer als in der ersten Phase vor fünf Jahren. Allerdings geht es am Mittwoch noch nicht um den Bestand, sondern darum, welche zusätzlichen Anträge Aussicht auf Erfolg haben.

Zum vergangenen September haben die RWTH wie alle anderen Hochschulen, die an der zweiten Auflage der Exzellenzinitiative teilnehmen wollen, sogenannte Antragsskizzen eingereicht. Darin beschreiben sie auf wenigen Seiten, für welche Projekte, beziehungsweise warum sie als ganze Hochschule mit ihren Zukunftskonzepten gefördert werden möchten.

Diese Skizzen wurden von den Gutachtergruppen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Wissenschaftsrats (WR) bewertet und sortiert. Die Projekte und Unis mit den besten Antragsskizzen werden am Mittwoch von DFG und WR aufgefordert, einen regelrechten Antrag zu stellen.

Eingegangen waren - aus insgesamt 65 Hochschulen - 98 Skizzen für Graduiertenschulen 107 für Exzellenzcluster sowie 22 Zukunftskonzepte. Die RWTH hat drei neue Graduiertenschulen beantragt - das sind Einrichtungen zur Förderung ausgewählter Doktoranden - und zwar in den Bereichen Medizin Informations- und Kommunikationstechnologie. Ein zusätzliches Exzellenzcluster (Forschungsverbund mehrerer Institute) möchte sie im Bereich nachhaltiges Bauen einrichten.

Zwei Elite-Unis könnten fallen

Aus der ersten Phase hat die RWTH eine Graduiertenschule (Computerwissenschaft) und drei Cluster (Produktionstechnik für Hochlohnländer, Mobile Kommunikation sowie Kraftstoffe aus Biomasse). Außerdem wird sie mit ihrem Zukunftskonzept „Globale Herausforderungen” als exzellente Hochschule gefördert. Dafür steht der inoffizielle Titel Elite-Uni. Insgesamt bekommt die TH für den Zeitraum 2006 bis 2012 Fördermittel von 180 Millionen Euro.

Um diese bestehenden Projekte weiter gefördert zu bekommen und um Elite-Uni zu bleiben, muss sie sich auch damit erneut dem Wettbewerb stellen. Dafür muss sie - wie alle bislang 85 geförderten Exzellenzeinrichtungen an 37 Hochschulen - bis zum 1. September ebenfalls regelrechte Anträge einreichen, zusammen mit den etwaigen Neuanträgen,

All diese Projekte werden bis zum Februar 2012 von internationalen Gutachtern geprüft. Die endgültigen Entscheidungen fallen im Juni 2012. Die Gewinner des Wettbewerbs werden ab November 2012 für fünf Jahre gefördert. 2,7 Milliarden Euro stehen dafür zur Verfügung, deutlich mehr als die insgesamt 1,9 Milliarden der jetzigen Phase. Der Bund trägt 75 Prozent, den Rest die Länder.

Wie viele Graduiertenschulen und Cluster insgesamt ausgewählt werden, steht noch nicht fest. Maximal zwölf Hochschulen können Elite-Unis werden - derzeit sind es neun. Und es sollen, das ist politisch gewollt, bis zu fünf neue in diesen Kreis kommen. Das bedeutet, dass von den jetzigen zwei herausfallen könnten.

Dass das die RWTH treffen könnte, hält keiner für möglich. Doch wieviele Exzellenz-Projekte sie bekommt oder behält, setzt die ganze Hochschule nicht erst seit heute unter enorme Spannung.

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