1. Region

Warnstreik: Am Düsseldorfer Flughafen drohen Freitag Flugausfälle

Warnstreik : Am Düsseldorfer Flughafen drohen Freitag Flugausfälle

Im Tarifstreit in der Luftsicherheitsbranche hat die Gewerkschaft Verdi das Sicherheitspersonal am Düsseldorfer Airport zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Der Flughafen rechnet deshalb mit zahlreichen Flugausfällen und gibt Reisenden Verhaltenstipps.

Wegen eines Warnstreiks des Sicherheitspersonals drohen am Düsseldorfer Flughafen am Freitag zahlreiche Flugausfälle. „Voraussichtlich muss ein großer Teil der geplanten Flüge von den Airlines gestrichen werden“, teilte der Airport am Donnerstag mit. Außerdem müssten sich die Fluggäste auf erhebliche Verzögerungen bei der Passagierkontrolle einstellen.

Die Gewerkschaft Verdi hat Beschäftigte im Luftsicherheitsbereich des Airports dazu aufgerufen, am Freitag zwischen 3.00 Uhr morgens und Mitternacht die Arbeit niederzulegen. Betroffen von dem Warnstreik sind Verdi zufolge unter anderem die Fluggastkontrolle, der Rollstuhlservice sowie die Personal- und Warenkontrolle.

Der Hintergrund: In der Luftsicherheitsbranche läuft derzeit ein Tarifstreit. In zwei Gesprächsrunden zur Erhöhung der Entgelte für Sicherheitskräfte an Verkehrsflughäfen konnte bisher keine Einigung erzielt werden. Verdi verhandelt bundesweit für etwa 25 000 Branchenbeschäftigte mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS).

Am Flughafen Düsseldorf waren für Freitag rund 280 Flugbewegungen geplant. Der Airport rechnete mit insgesamt etwa 26 700 Passagieren. Er bat alle Passagiere, die im Streikzeitraum einen Flug ab Düsseldorf geplant haben, sich schon am Donnerstag, spätestens aber vor Anreise zum Flughafen unbedingt bei ihrer Airline oder dem Reiseveranstalter über den Stand ihres Fluges zu informieren. Die Passagiere wurden zudem gebeten, ihr Handgepäck auf ein Minimum zu reduzieren, um die Kontrollen zu beschleunigen. Im Rahmen der verfügbaren Kapazitäten werde Handgepäck durch die Airlines eingecheckt.

Gewerkschaftssekretär Özay Tarim betonte, mit der Ankündigung der Arbeitsniederlegungen wolle man den Passagieren die Möglichkeit geben, frühzeitig umzudisponieren. „Wir haben kein Interesse daran, mit den Aktionen die Fluggäste zu treffen.“ Es werde auf jeden Fall zu erheblichen Behinderungen am Flughafen kommen.

Verdi-Verhandlungsführer Wolfgang Pieper sagte: „In Düsseldorf werden aktuell mindestens 500 Fachkräfte benötigt, um die Kontrolle der Fluggäste in einer angemessenen Zeit vornehmen zu können und um lange Warteschlangen zu vermeiden.“ Deshalb müsse die Arbeit der Luftsicherheitskräfte finanziell attraktiv bleiben. Das Arbeitgeberangebot sei dafür nicht ausreichend. Es gleiche noch nicht einmal die Preisentwicklung aus.

Verdi fordert bei einer Laufzeit von zwölf Monaten eine Erhöhung des Stundenlohns um mindestens einen Euro. Zudem sollen die Gehälter der Gepäck- und Personalkontrolleure auf das Niveau der Beschäftigten bei der Passagierkontrolle angehoben werden. Die Gewerkschaft verlangt außerdem ein bundesweit einheitliches Entgelt für Kräfte in der Flugzeugbewachung und Bordkartenkontrolle. Die niedrigere Bezahlung von Sicherheitskräften beim Berufseinstieg solle abgeschafft werden.

Der BDLS hatte nach der zweiten Runde am 8. Februar „unrealistische Forderungen von bis zu 40 Prozent Lohnsteigerung“ kritisiert. Die Arbeitgeberseite habe demgegenüber Erhöhungen zwischen vier und sieben Prozent in zwei Schritten bis Ende 2023 angeboten.

(dpa)