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Grundrente soll helfen: Altersarmut in NRW wächst schneller als im Bundesschnitt

Grundrente soll helfen : Altersarmut in NRW wächst schneller als im Bundesschnitt

In Nordrhein-Westfalen steigt die Zahl der Menschen, die Grundsicherung im Alter erhalten – und zwar stärker als in ganz Deutschland. Die Grundrente soll helfen, das zu ändern.

In Nordrhein-Westfalen nimmt die Altersarmut schneller zu als im Bundesdurchschnitt. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervor. Demnach stieg der Anteil der Empfänger von Grundsicherung im Alter an allen Menschen über 65 Jahre in NRW von 3,1 im Jahr 2010 auf 4,3 Prozent 2018. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich die Quote für ganz Deutschland lediglich von 2,4 auf 3,2 Prozent. Insgesamt bezogen in NRW Ende 2018 rund 155 000 Männer und Frauen über 65 Grundsicherung im Alter. Zuerst hatte die „Rheinische Post“ berichtet.

Bei den älteren Menschen fällt die Quote der Bezieher von Mindestsicherung aber niedriger aus als bei der gesamten Bevölkerung in NRW. Laut NRW-Sozialministerium waren zum Jahresende 2018 insgesamt zwei Millionen Menschen auf Mindestsicherungsleistungen angewiesen. Das ist eine Quote von 11,3 Prozent. Anders als bei den Älteren gab es bei der Gesamtbevölkerung aber einen Rückgang gegenüber den Vorjahren. Vor diesem Hintergrund hatte Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) gesagt, „wie wichtig es ist, dass wir die Grundrente bekommen“.

Nach monatelangem Streit hatte die Bundesregierung im Februar die Grundrente auf den Weg gebracht. Durch sie sollen die Renten von rund 1,3 Millionen Menschen in Deutschland mit kleinen Bezügen ab kommendem Jahr aufgebessert werden. Von der Grundrente müssten insbesondere Frauen profitieren, forderte der Grünen-Politiker Markus Kurth, der die Anfrage gestellt hatte. Bei ihnen habe die Grundsicherungsquote in NRW im Jahr 2018 mit 4,5 Prozent um 0,6 Prozentpunkte oberhalb des Werts der Männer gelegen. Damit sei der Unterschied viel ausgeprägter gewesen als im Bundesschnitt.

Auch bei der Rentenhöhe gab es den Zahlen zufolge eine große Differenz zwischen Männern und Frauen in NRW. Während bei den Männern im Jahr 2018 die durchschnittliche Rentenhöhe 1159 Euro im Monat betragen habe, hätten Frauen nur 697 Euro erhalten. Das Bundesarbeitsministerium wies in seiner Antwort allerdings drauf hin, dass aus einer niedrigen Altersrente in der gesetzlichen Rentenversicherung nicht grundsätzlich auf ein niedriges Alterseinkommen geschlossen werden könne. Vielmehr müssten weitere Alterseinkommen im Haushaltskontext berücksichtigt werden.

(dpa)