Alsdorf: Unfallverursacher in Untersuchungshaft

Tödlicher Unfall in Alsdorf : 45-jähriger Unfallfahrer unter Mordverdacht

Am 3. Januar raste auf einer Kreuzung an der Landesstraße 240 in Alsdorf-Hoengen ein Golf in einen stehenden BMW, der Beifahrer im Golf starb. Nun ist gegen den Golf-Fahrer ein Haftbefehl erlassen worden.

Die Einsatzkräfte, die zuerst am Unfallort eintrafen, standen vor einem Trümmerfeld, die Alsdorfer Feuerwehr berichtete später von einem „Bild der Zerstörung“. Am 3. Januar, einem Donnerstag, war gegen 17.47 Uhr ein Golf mit vermutlich 147 Kilometern pro Stunde in einen an einer Ampel wartenden BMW gerast. Auf Fotos sieht man zwei weitgehend zerstörte und völlig deformierte Autos, den Golf und den BMW. Im Golf saßen zum Unfallzeitpunkt zwei Männer, 45 und 43 Jahre alt, im BMW ein 48-Jähriger aus Alsdorf.

Mittlerweile hat das Amtsgericht Aachen einen Haftbefehl gegen den 45 Jahre alten Fahrer des Golfs erlassen, der Mann steht unter Mordverdacht. Sein 43-jähriger Beifahrer war einen Tag nach dem Unfall gestorben. Der 48-jährige Fahrer des BMW, in den der Golf gefahren war, werde querschnittsgelähmt bleiben, sagte Oberstaatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung.

Der Unfall ereignete sich in Alsdorf-Hoengen an der Stelle, an der sich L240 und Jülicher Straße kreuzen. Sofort nach dem Unfall begann ein Kampf um das Leben der drei Männer. Eine unbeteiligte Verkehrsteilnehmerin rettete dem Fahrer des BMW wohl das Leben, indem sie mit Wiederbelebungsmaßnahmen begann. Rettungskräfte konnten den 48-Jährigen später reanimieren, er wurde lebensgefährlich verletzt in eine Klinik gebracht.

Zu der Vermutung, dass der 45-jährige Fahrer des Golfs Suizidabsichten gehabt haben könnte, möchte sich die Staatsanwaltschaft derzeit „aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern“, wie Schlenkermann-Pitts sagte. Die eingeleiteten Ermittlungen wegen Mordes lassen aber darauf schließen, dass der 45-Jährige die Absicht gehabt haben könnte, seinen 43 Jahre alten Beifahrer durch das bewusste Verursachen des Unfalls zu töten. Der Fahrer ist mittlerweile aus einer Klinik ins Justizvollzugskrankenhaus Fröndenberg bei Dortmund verlegt worden und befindet sich in Untersuchungshaft. Ob er bereits vernommen wurde, wollte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch nicht sagen.

Die Tachonadel des Golfs, der in den stehenden BMW gerast war, stand auf 147, wie die Polizei an der Unfallstelle festgestellt hatte. Ein Unfallgutachter ist unter anderem dabei, die Frage zu klären, ob das tatsächlich die Geschwindigkeit war, mit der der Golf in den BMW fuhr. Bis zur Fertigstellung des Gutachtens könnte es allerdings noch einige Wochen dauern.

Eine 30 Jahre alte Frau aus Aachen, die mit dem auf die Gegenfahrbahn geschleuderten Golf kollidiert war, ist inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen worden, erklärte Oberstaatsanwältin Schlenkermann-Pitts.