RWTH Aachen feiert 150 Jahre: Alles nur kein „Buchsbaumfest“ zum Jubiläum

RWTH Aachen feiert 150 Jahre : Alles nur kein „Buchsbaumfest“ zum Jubiläum

2020 wird die RWTH Aachen 150 Jahre alt. Das feiern Hochschule und Stadt mit einem großen Mitmach-Fest für alle Menschen in der Region. Außerdem gibt es eine Ausstellung im Centre Charlemagne.

Die Buchsbäume fallen derzeit überall dem Zünsler zum Opfer. Da passe es doch ganz gut, dass man kein „Buchsbaumfest“ für das große Jubiläum der RWTH Aachen im kommenden Jahr plane. Mit „Buchsbaumveranstaltungen“ meint der Hochschulrektor Ulrich Rüdiger verstaubte Festakte, bei denen nur hochdekorierte Vertreter aus Wissenschaft und Gesellschaft in der mit ein paar Buchsbäumchen geschmückten Aula Reden schwingen und anschließend fein essen. „Das passt nicht zur RWTH, deshalb machen wir es anders“, sagte Rüdiger am Montag bei der Vorstellung des Jubiläumsprogramms. Die RWTH Aachen, die 1870 als Polytechnische Schule gegründet wurde, feiert 150 Jahre Bestehen.

Das Motto lautet „Lernen. Forschen. Machen“. Gelernt und geforscht werde an Universitäten generell, aber gerade das dritte Schlagwort sei typisch für die RWTH, sagte Rüdiger. „Wir sind Macher. Sprich: Wir wollen nicht nur Grundlagenforschung betreiben, sondern Innovationen ganz praktisch voranbringen bis hin zu fertigen Produkten.“ Passend zu dieser Aussage erhielt die RWTH gestern von NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) 23 Millionen Euro im Rahmen der „Exzellenz Start-up Center NRW“-Initiative zur nachhaltigen Förderung von Ausgründungen.

Das Schlagwort „machen“ passt aber auch ziemlich gut zur großen Jubiläumsfeier der RWTH, denn es soll ein Mitmach-Fest für alle sein – nicht nur für Dozenten und Studenten, sondern auch für alle Menschen in der Region. Das sei im übrigen das Ergebnis eines Ideenmarkts, bei dem Hochschulangehörige und auch Vertreter der Stadt Anregungen für das Jubiläumsjahr geben konnten. Am 20. Juni 2020 soll laut Rüdiger das Fest für Wissenschaft und Kultur rund um den Templergraben steigen, mit einem Konzert am Abend. Man bemühe sich dafür noch um einen bekannten Künstler, sagte Rüdiger. Zudem wird es eine Studierendenmeile, eine Forschungsmeile der Institute und eine Rennstrecke für E-Kettcars geben. Auch die 100. Kinderuni, die unsere Zeitung gemeinsam mit der RWTH Aachen ausrichtet, findet statt. Der RWTH-Rektor selbst wird die Vorlesung halten. Rüdiger setzt beim Jubiläum ohnehin auf einige große Höhepunkte, anstatt mit einer Vielzahl von kleinen Veranstaltungen künstlich einen Spannungsbogen zu schaffen.

Ein Höhepunkt ist das eigentliche Jubiläum am 10. Oktober, dem Tag der ersten Vorlesung an der Hochschule. Das würdigt die RWTH mit einem Festakt in drei Sälen des Hörsaalzentrums CARL und nennt das ganze eine Show. „Die Hörsäle widmen sich je einem Aspekt des Mottos ,Lernen. Forschen. Machen.’“, sagte Rüdiger.

„Wenn die RWTH einen Grund zu feiern hat, hat die Stadt Aachen das auch“, sagte Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU). Der Archimedische Sandkasten werde 2020 unter dem Jubiläums-Motto stehen, und man plane noch die ein oder andere Überraschung. Fest steht schon jetzt, dass das Jubiläum mit einer Sonderausstellung, die vom 16 Mai bis zum 9. August im Centre Charlemagne gezeigt werden soll, abgerundet wird. „Bei der Ausstellung wollen wir einen Fokus auf die Innovationen legen“, sagte Philipp.

Zwei Symbole begleiten das Jahr: eine Visualisierung der Campusflächen, das ein wenig wie moderne Kunst aussieht, und ein rotes Plastik-Dreieck, welches das Motto ziert. Wenn das Jubiläumsjahr vorbei ist, hat Rüdiger dafür auch schon eine tolle Verwendung: „eignet sich als Buchstütze“.

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