Niederzier: Aktivisten besetzen erneut Braunkohlebagger

Niederzier : Aktivisten besetzen erneut Braunkohlebagger

Mehrere Aktivisten haben im Braunkohletagebau Hambach erneut einen der Schaufelradbagger besetzt. Ein Baggerfahrer der RWE sei dabei in der Nacht zum Samstag von einer Besetzerin getreten und verletzt worden, sagte eine Polizeisprecherin in Düren.

Gegen 1.30 Uhr in der Nacht von Freitag auf Samstag verschafften sie sich unbefugt Zutritt zu dem RWE-Gelände und besetzten den sich auf Höhe des Ortes Niederzier befindenden Bagger 259. Drei Aktivisten hielten sich in etwa 30 Metern Höhe auf einer Plattform auf, wo sich einer von ihnen an den Bagger kettete. Ein vierter Aktivist kletterte sogar noch höher: Er bewegte sich ungesichert auf einem Ausleger des Baggers in etwa 40 Metern Höhe. Es gehe den Aktivisten darum, das Wachstum der deutschen Braunkohlewirtschaft zu verhindern, erklärten sie.

Die Besetzter waren zunächst trotz polizeilicher Bemühungen nicht kooperativ und weigerten sich das Gelände zu verlassen. Spezialkräften gelang es schließlich im Laufe des Tages alle vier Besetzer vom Bagger zu trennen, wobei die festgekettete Person zunächst aus ihrem sogenannte „Lock-On“ befreit werden musste.

Beim Besteigen des Baggers hatte eine Aktivistin den Baggerführer getreten, wodurch der 50-jährige RWE-Mitarbeiter leicht verletzt und ambulant im Krankenhaus behandelt werden musste. Die Frau muss sich nun wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten. Weiterhin wird den Besetzern vorgeworfen, sich wegen „Hausfriedensbruchs und der Störung öffentlicher Betriebe strafbar gemacht zu haben“, so die Polizei Düren.

Drei der Aktivisten wurden nach der Feststellung ihrer Identität in der Polizeiwache Düren wieder entlassen. Die vierte Besetzerin soll auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Aachen einem Haftrichter vorgeführt werden.

In diesem Jahr sind bereits mehrfach Braunkohlebagger von Aktivisten besetzt worden. In der Region sorgten im August besonders die Besetzung des Förderbandes der Hambachbahn sowie die des Tagebaus Garzweiler für Aufsehen. Bei der Aktion „Ende Gelände“ am 15. August in Garzweiler war es zu Gewaltübergriffen zwischen den 1500 Aktivisten und den 1295 Einsatzkräften der Polizei gekommen. Der Polizei wurde nach dem Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray unter anderem vorgeworfen, dass sie mit „übermäßiger Härte gegen Aktivisten“ vorgegangen seien.

(red/pol/dpa)