Aachen: Aids-Hilfe Aachen feiert 25. Geburtstag

Aachen: Aids-Hilfe Aachen feiert 25. Geburtstag

Für die Eindämmung von HIV und Aids und gegen die Ausgrenzung von Betroffenen - seit 25 Jahren setzt sich die Aids-Hilfe-Aachen für Aufklärung, Enttabuisierung und Solidarität mit Erkrankten ein.

„Und ein Ende des Kampfes ist nicht in Sicht”, resümiert Geschäftsführer Walter Brüsseler bei der Jubiläumsveranstaltung, zu der Vertreter aus Politik und Verwaltung, Spender und Sponsoren, Ehrenamtliche und Vertreter der Selbsthilfegruppen kamen.

Erinnerung an üble Schlagzeilen

Die Veranstaltung bot natürlich auch Platz für einen Rückblick. Als Anfang der 80er die ersten Meldungen über Aids in den Medien auftauchen, mangelt es an sachlichen Informationen. „Die Schlagzeilen der Ausgrenzung waren dafür umso größer”, erinnert Günter Schabram, Sozialdezernent der Städteregion Aachen. Sie reichten vom „Sexverbot für Aids-Kranke” bis hin zur Stigmatisierung als „Aussätzige” durch CSU-Mann Peter Gauweiler.

In Aachen setzten sich stattdessen 1986 Homosexuelle, Sozialarbeiter und Betroffene an einen Tisch, um über Aids aufzuklären und Erkrankten und ihren Angehörigen Halt und Lebensmut zu geben. Ein Jahr später gründete sich die erste Positivengruppe.

Seitdem hat die Aids-Hilfe Aachen mehr als eintausend Personen beraten. Meilensteine in der Arbeit des Hilfsvereins sind vor allem das euregionale Projekt zur Aidsaufklärung von Jugendlichen in ländlichen Regionen, die Eröffnung der drogentherapeutischen Ambulanz am Kaiserplatz und das Mahnmal „Namen und Steine” am Münsterplatz. Heute kümmern sich sechs hauptamtliche und 22 ehrenamtliche Mitglieder um die Nöte und Bedürfnisse von HIV-Positiven und ihren Angehörigen - kostenlos und anonym.

Die Lebensqualität von HIV-Positiven habe sich verbessert. „HIV ist heute eine behandelbare Krankheit, das ist eine unglaubliche Entwicklung”, sagt Mediziner Heribert Knechten, der seit Mitte der 80er an der Immunschwäche Erkrankte in Aachen betreut. Zugleich mahnt er aber auch, dass Medikamente nicht zum Nulltarif zu haben seien.

Daher setzt die Aids-Hilfe-Aachen nach wie vor auf Aufklärungskampagnen: „Wir dürfen nicht müde werden, Prävention zu fördern und damit Handlungsverantwortung zu stärken”, erklärt Patrik Maas, Landesgeschäftsführer von der Aids-Hilfe NRW. Nach wie vor gelte „Kondome schützen”. Besonders bei jungen Leuten tritt dies aber in den Hintergrund - mit fatalen Konsequenzen.