Angesägte Hochsitze: AfD kritisiert „militante Tierrechtler“

Angesägte Hochsitze: AfD kritisiert „militante Tierrechtler“

Hochsitze sind in den vergangenen Jahren offenbar zunehmend Angriffsziel militanter Tierschützer geworden. Die Kriminalpolizei NRW hat seit 2013 schon 82 beschädigte Hochsitze dem Bereich „Politisch motivierte Kriminalität“ zugeordnet.

Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Antwort der Landesregierung auf eine AfD-Anfrage hervor. Insgesamt seien seitdem 188 politisch motivierte Straftaten aus dem Bereich Tierschutz/Tierrecht/Jagd registriert worden - Sachbeschädigungen und Branddelikte.

Der Verfassungsschutz befasse sich nicht mit dem Thema, weil sich die politischen Bestrebungen nicht gegen wesentliche Prinzipien der freiheitlichen demokratischen Grundordnung richteten, antwortete Innenminister Herbert Reul (CDU) dem AfD-Abgeordneten Christian Blex. „In Nordrhein-Westfalen sind bisher keine Anhaltspunkte für Überschneidungen zwischen der linksextremistischen Szene und Aktivisten oder Organisationen der militanten Tierschutz-Szene bekannt geworden.“

Blex hatte in seiner Anfrage eine „steigende Militanz und Gewaltbereitschaft von vermeintlichen Umwelt-Aktivisten“ angeprangert, die nicht nur im Hambacher Forst zutage trete. Mutwillige Zerstörungen Dutzender Hochsitze, die angesägt, zerlegt oder angezündet worden seien, brächten den Steuerzahlern Sachschäden in fünfstelliger Höhe, kritisierte er. Durch „Sabotageakte“ militanter Tierrechtler werde etwa eine ordnungsgemäße Jagd auf Wildschweine zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest unterminiert. Zudem seien angesägte Hochsitze gefährlich für Jäger.

(dpa)
Mehr von Aachener Zeitung