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Aachen: Adveniat: Schicksal Kolumbiens bleibt im Blick

Aachen : Adveniat: Schicksal Kolumbiens bleibt im Blick

Das war mehr als eine kirchliche Feier - der Auftakt zur bundesweiten Aktion des bischöflichen Lateinamerika-Hilfswerkes Adveniat trug am Sonntag in Aachen eindeutig politische Akzente.

Gegen „eine Kultur des Todes” anzukämpfen, die Bürgerkrieg, Massenflucht und Drogensucht mit sich bringe - das formulierte Bischof Heinrich Mussinghoff bei seiner Begrüßungsrede vor dem Hochamt im Dom als Zielsetzung der diesjährigen Kampagne.

Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr Kolumbien, das Partnerland der Diözese Aachen, das wegen der Finanzkrise im hiesigen Bistum künftiger mit deutlich weniger Zuwendungen rechnen muss.

Mit Mussinghoff standen daher zahlreiche Vertreter des kolumbianischen Episkopats am Altar, darunter der Erzbischof der Hauptstadt Bogotá, Pedro Kardinal Rubiano Sáenz, der Ehrendomherr der Aachener Kathedrale ist.

Für Jorge Alberto Ossa Soto, Bischof der Diözese Florencia am Südrand der Anden, deren Gebiet derzeit zwischen Guerilleros und Vertretern der Staatsmacht heiß umkämpft ist, sind die Projekte von Adveniat tief in den Grundsätzen kirchlichen Handelns und Denkens verankert.

„Christsein geht nicht allein; daher gehört Solidarität zentral zum christlichen Dasein”, rief Ossa bei seiner Predigt aus. Die Prioritäten, die der kolumbianische Oberhirte setzte, waren eindeutig - zu Gunsten der Armen. Besonders denen, die vor dem blutigen Bürgerkrieg in seinem Heimatland flüchten müssen, galt seine Sympathie.

Der charismatische Bischof schloss mit einer politischen Aussage: „Wir glauben daran, dass diejenigen selig sind, die hungern nach Frieden und Gerechtigkeit.”

In vielerlei Hinsicht setzten die Teilnehmer am Kolumbien-Tag Zeichen - sei es dadurch, dass Frauen in landestypischer Tracht die Gaben zum Altar trugen, sei es dadurch, dass sie die liturgischen Gesänge mit Volksmusik begleiteten.

Aber der Adveniat-Auftakt erschöpfte sich nicht in liturgischen und geselligen Feiern. Symbolträchtig und aussagekräftig wirkte die Installation aus 2000 Schuhen im Domhof, die als Mahnmal an alle in den kolumbianischen Bürgerkriegen Vertriebenen aufgebaut wurde.

Bei einem Podiumsgespräch in der Citykirche St. Nikolaus beleuchteten die Gäste und ihre deutschen Freunde zudem Gegenwart und Zukunft des Landes im Fokus der Adveniat-Aktion 2004. So betonte Bischof Ossa noch einmal die Nähe der Kirche zum Volk.

Besonders die Arbeit in den Schulen und besonders deren Orientierung auf die Vermittlung friedensstiftender und -sichernder Werte strich der dynamische Kirchenführer als enorm bedeutsam heraus - als so bedeutsam, dass er in Zukunft die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen noch weiter intensivieren möchte.

Pfarrer Bernd Klaschka, Geschäftsführer von Adveniat mit Sitz in Essen, machte aus seiner Zustimmung keinen Hehl und sagte seine Unterstützung zu.