Aachen/Gießen: Aachenerin unter Verdacht: Ermittler prüfen weitere Morde

Aachen/Gießen : Aachenerin unter Verdacht: Ermittler prüfen weitere Morde

Im Fall einer bereits wegen drei Raubmorden unter Verdacht stehenden 35-jährigen Frau aus Aachen hat die Staatsanwaltschaft Gießen einen weiteren ungeklärten Doppelmord mit erstaunlichen Parallelen geprüft. Fraglich war, ob die Frau auch für diese beiden Morde in Düsseldorf aus dem Jahr 2010 verantwortlich war.

Doch dafür gebe es keine Anhaltspunkte, sagte Staatsanwalt Thomas Hauburger am Freitag in Gießen. Die Ermittler hatten die Akten aus Düsseldorf wegen der auffälligen Parallelen zur Prüfung erhalten. In dem sechs Jahre alten Fall geht es um eine 91-Jährige und ihren 86 Jahre alten Mann, die tot in ihrer Wohnung in Düsseldorf gefunden worden waren.

Die 35-Jährige steht zudem im Verdacht, im Mai dieses Jahres eine Mutter und deren Tochter in Düsseldorf und einen Monat zuvor den 79 Jahre alten Clown „Riconelly“ in Hessen umgebracht zu haben, neben dem sie einige Zeit gewohnt hatte.

Die vier Morde in Düsseldorf haben Gemeinsamkeiten. In beiden Fällen waren Tabletten am Tatort verteilt worden, vermutlich um einen erweiterten Suizid vorzutäuschen. Beide Male wurde aber später mit den EC-Karten der Opfer Geld abgehoben — von einer mit einem Kopftuch verhüllten Frau.

Dennoch ergab die Prüfung keine Anhaltspunkte dafür, dass die Aachenerin auch für den alten Mord verantwortlich sein könnte. In der Wohnung der 35-Jährigen in Aachen hatten die Ermittler nur Dinge gefunden, die aus der Wohnung der Toten vom Mai 2016 stammten: zwei EC-Karten und eine Schmuckschatulle.

Die 35-jährige Aachenerin, die der Polizei wegen mehrerer Diebstähle bekannt ist, schweigt laut Staatsanwaltschaft zu den Vorwürfen.

(dpa)