Aachen/Köln: Aachener ZDF-Fotoreporter muss Geldstrafe zahlen

Aachen/Köln: Aachener ZDF-Fotoreporter muss Geldstrafe zahlen

Das Oberlandesgericht Köln hat den Aachener ZDF-Fotoreporter Andreas H. zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er das Bild eines vermeintlichen Ebola-Patienten aus der Uniklinik der RWTH Aachen gegen dessen Willen verbreitet hat. H. habe das Bild an eine Redaktion weitergegeben und nicht auf dessen Unkenntlichmachung hingewirkt.

Bereits dadurch habe der Reporter sich strafbar gemacht, entschied das Gericht am Mittwoch in letzter Instanz. Mit der Entscheidung bestätigte das Gericht die im September 2016 vom Landgericht Aachen verhängte Strafe von 40 Tagessätzen je 80 Euro (Az.: III-1 RVs 93/17). Gegen dieses Urteil hatte H. Revision eingelegt.

Foto nicht unkenntlich gemacht

Andreas H. (Anmerkung der Redaktion: Bei Andreas H. handelt es sich nicht um den gleichnamigen Redakteur unserer Zeitung), der unter anderem als Reporter für das ZDF-Magazin „Frontal 21“ arbeitet, hatte im Oktober 2014 in der Notaufnahme der Aachener Uniklinik einen vermeintlichen Ebola-Patienten ohne dessen Einwilligung fotografiert und dieses Foto trotz des Hinweises der behandelnden Ärztin, dass sich der Ebola-Verdacht nicht bestätigt habe, unter anderem an die Online-Redaktion der „Bild“-Zeitung weitergeleitet. Dort war das Foto des erkennbaren Mannes mit Mundschutz und Handschuhen und der Bezeichnung „Ebola-Verdächtiger“ erschienen.

Bei der Veröffentlichung des Bildes handele es sich auch unter Berücksichtigung eines öffentlichen Informationsinteresses an den Vorgängen in der Uniklinik „um strafbares Unrecht, das nicht von der verfassungsrechtlich garantierten Pressefreiheit gedeckt gewesen ist“, entschied das OLG.

Wenn der Fotograf selbst nicht in der Lage gewesen sein sollte, den Patienten auf dem Foto unkenntlich zu machen, hätte er „nachhaltig und unmissverständlich“ darauf hinwirken müssen. Die Prüfung rechtlicher Belange Betroffener sei nicht allein Aufgabe der Redaktionen, so die Kölner Richter. Die Berichterstattung über den Umgang mit Ebolaverdachtsfällen könne zwar der Zeitgeschichte zugeordnet werden, die Weitergabe der Bilddatei ohne jegliche Verfremdung oder Unkenntlichmachung sei aber eine massive Beeinträchtigung des allgemeinen Persönlichkeitsrecht des Patienten, urteilen die Richter.

Das Urteil des OLG ist rechtskräftig und kann nur mit einer Verfassungsbeschwerde angefochten werden.

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