Darwin/Aachen: Aachener Sonnenwagen beim Welt-Solarauto-Rennen gestartet

Darwin/Aachen: Aachener Sonnenwagen beim Welt-Solarauto-Rennen gestartet

Er sieht aus wie ein Ufo und wiegt noch nicht einmal 200 Kilogramm: Sonnenwagen heißt der solargetriebene Flitzer, mit dem die RWTH Aachen am Sonntag bei der World Solar Challenge angetreten ist: zu einer Woche über 3000 Kilometer quer durch die Wüste von Australien.

Die Aachener setzen bei der Materialschlacht in glühender Hitze zwischen den Städten Darwin im Norden und Adelaide im Süden auf die Belastbarkeit ihrer weißen Flunder. Leichtes Carbon-Material und aerodynamische Katamaran-Form machen den Wagen, dessen Antrieb etwa die Leistung eines Haarföhns hat, bis zu 140 Kilometer pro Stunde schnell. Auf der campus-eigenen Teststrecke des RWTH-Instituts für Kraftfahrzeuge (IKA) hat er seine Bewährungsprobe bestanden.

Letzte Überprüfungen auf der Teststrecke in Aachen: Den Sonnenwagen erwarten auf der 3033 Kilometer langen Strecke durch Australien erschwerte Bedingungen. Foto: Laura Laermann

Durch die australische Wüste wird es wohl nicht mit Spitzengeschwindigkeit gehen. Bei einem Durchschnitt von 70 km/h dürfte der Wagen für die genau 3022 Kilometer rund fünf Tage brauchen - wenn alles perfekt läuft. Sorgen bereiten den Planern dabei neben dem unvermeidlichen Wüstenstaub, der sich auf den Solarzellen an der Fahrzeugoberseite absetzen kann, vor allem die Luftwirbel, die die gewaltigen australischen Lastwagen hinter sich herziehen, die soganannten Road Trains. Der Fahrer wird dagegen eher mit der Gluthitze unter der Plastikkuppel des Cockpits zu kämpfen haben, denn eine Klimaanlage hat der Sonnenwagen nicht.

Angetrieben wird der Wagen - der mit vollem Namen offiziell Huawei Sonnenwagen heißt - von einem Elektromotor, der vom Strom aus den Solarzellen und der Energie einer Batterie gespeist wird. Die Batterie stellt einen stetigen Stromfluss sicher, auch wenn die Solarenergie einmal abfällt. Jeden Tag muss der Wagen neun Stunden lang von 8 bis 17 Uhr durchfahren. Vier Fahrer hat das RWTH-Team am Start.

Die komplette Sonnenwagen-Truppe besteht aus 40 Mitgliedern: Maschinenbauer, Informatiker, Elektrotechniker, Wirtschaftsingenieure und Kommunikationswissenschaftler. Das Team will in Australien möglichst komplett dabei sein.

Mehr als 40 Teams sind bei dem bedeutenden Technologiewettbewerb angetreten. Sie stammen vor allem von Universitäten, aber auch von Unternehmen aus aller Welt - etwa den USA, Indien, Japan oder auch Iran. Zuletzt hatte das niederländische Team Nuon im Jahr 2015 gewonnen, auch in diesem Jahr zählt es zu den Favoriten.

Alle Infos zum World Solar Challenge und dem aktuellen Rennstand sind auf der Webseite des Wettbewerbs zu finden. Das Team Sonnenwagen informiert auf seiner Facebookseite über das Rennen.

(laer/heck)
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