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Wassermonitor: Aachen ein Regenloch? Das stimmt nicht ganz!

Wassermonitor : Aachen ein Regenloch? Das stimmt nicht ganz!

Aachen soll ein Regenloch sein? Der Wassermonitor des Forschungszentrums Jülich zeigt, dass das so nicht stimmt. Die Karte zeigt den Regenschatten, den die Eifel vor allem in den Kreisen Heinsberg und Düren wirft.

Weite Teile unserer Region weisen im deutschlandweiten Vergleich eher trockene Böden auf. Es fällt weniger Regen als anderswo, der den Pflanzen als verfügbares Wasser in der oberen Bodenschicht zur Verfügung steht. Das geht aus dem Wassermonitor des Forschungszentrums Jülich hervor.

Wer auf die aktuelle Karte des Wassermonitors schaut, sieht die weit verbreitete Trockenheit im Osten Deutschlands auf einen Blick. Sandböden sind die Ursache. Doch auch unsere Region weist größtenteils eher trockene Böden auf. „Weite Teile des Kreises Düren liegen im Regenschatten der Eifel“, sagt der Geograf Alexandre Belleflamme, der den Wassermonitor entwickelt hat, „und der weit verbreitete Lößboden ist wasserdurchlässiger als richtig lehmiger Boden.“

Auch die Stadt Aachen, die gerne als „Regenloch“ bezeichnet wird, weist deutlich weniger Feuchtigkeit in der Erdoberfläche auf als Teile der Umgebung. In einem langfristigen Vergleich der Sommermonate der vergangenen vier Jahre zeigt sich, dass vor allem nordöstlich der Eifel die oberen 30 Zentimeter weniger durchfeuchtet sind – es also weniger geregnet hat.

Im Wassermonitor wird die Menge an Wasser in Prozent angegeben, die den Pflanzen in dieser geringen Bodentiefe tatsächlich zur Verfügung steht. Bei einem Anteil von 100 Prozent kann das Wasser leicht von den Pflanzen aus dem Boden aufgenommen werden. Je mehr der Boden trocknet, desto stärker muss die Saugkraft der Pflanzenwurzeln sein, um das an den Bodenporen haftende Wasser aufnehmen zu können. Ab einer gewissen Bodentrockenheit reicht die Saugkraft der Pflanzenwurzeln nicht mehr aus, um das übrige Wasser aus dem Boden aufzunehmen – die Pflanzen verwelken. Der Wassermonitor zeigt jeweils den Mittelwert eines Tages.

Landwirtschaftliche Empfehlungen gehen dahin, dass Gemüsekulturen wie Kopfsalat, Frischgemüse oder Erdbeeren unterhalb von 60 bis 70 Prozent gewässert werden sollten. Kulturen wie Kartoffeln, Zuckerrüben, Mais, Getreide oder Freilandgemüse, die tiefer wurzeln und weniger empfindlich sind, müssen erst ab 40 bis 50 Prozent gewässert werden.

(cs)