Aachen: „Aachen 2025“: Was bringt die Zukunft der Kommunikation?

Aachen: „Aachen 2025“: Was bringt die Zukunft der Kommunikation?

Welche Rolle spielt die Glasfaser für die digitale Zukunft? Brauchen wir eine fünfte Mobilfunk-Generation? Und wie verändert sich die Medienkommunikation in den kommenden Jahren? Am 23., 24. und 25. September dreht sich während der Veranstaltung „Aachen 2025 — Digitalen Wandel erleben“ auf der Bühne und an Ausstellungsständen in unserem Medienhaus alles um das Thema Kommunikation der Zukunft.

Außerdem besteht die Möglichkeit in verschiedenen Führungen die Redaktions- und Produktionsstätten des Verlags kennenzulernen. Diese finden am Freitag und am Sonntag um 20 Uhr sowie am Samstag um 18 Uhr statt.

Zum Einstieg beleuchtet Bernd Mathieu, Chefredakteur unserer Zeitung, am Samstag ab 13 Uhr in einem Impulsvortrag die Rolle der regionalen Medien für die Demokratie und die Zukunft. René van Zanten, Direktor des Dutch Journalism Funds, stellt im Anschluss Szenarien für den Journalismus im Jahr 2025 vor. Sind Journalisten nur noch Informationssammler und -organisatoren? Wie werden sich die Medien gegenüber selbsternannten Meinungsführern im Internet behaupten? Gelingt es den Medienhäusern, weiterhin relevante, zukunftsfähige Produkte zu generieren? Im Anschluss ist Zeit für Diskussionen.

Den weiteren Verlauf des Tages dominiert das Thema Infrastrukur. Laut Norbert Niebert, Leiter der Netzwerkentwicklung im Ericsson Eurolab in Herzogenrath sind im Jahr 2025, oder sogar früher, etwa 50 Milliarden Geräte miteinander vernetzt. Das bedeute, so sagt er, dass die zukünftige tragbare Technik mit allem und jedem in der Umgebung — und darüber hinaus — kommunizieren könne. Sensoren am Körper und in intelligenter Kleidung zeichnen Daten auf und unterstützen die Tätigkeiten des Benutzers in der realen Welt. Heizung und Innenbeleuchtung werden über das Smartphone gesteuert und passen sich automatisch an äußere Bedingungen an.

Eine solche Datenwolke benötigt andere Übertragungsgeschwindigkeiten und Netzkapazitäten als heute. Das soll die neue Mobilfunkgeneration „5G“ leisten. Professor Frank Fitzek von der Technischen Universität Dresden stellt um 15 Uhr die neue Technologie vor, ihre Bedeutung für die Zukunft der Zuhörer und was sich dadurch in der Alltagskommunikation verändern wird.

Daran anschließend um 15.30 Uhr berichtet Wolfgang Heer vom Bundesverband für den Glasfaseranschluss e.V. von den Chancen eines flächendeckenden Glasfasernetzes. Im Unterschied zu den alten Kupferkabeln bietet die Glasfaser viele Vorteile. Die Übertragung mit Licht erreicht höhere Reichweiten, ist kostengünstiger in der Wartung, wird nicht durch elektromagnetische Störfelder beeinflusst und ist relativ abhörsicher. Eine einzelne Glasfaser ist so dünn wie ein Haar und reicht aus für eine stabile Datenübertragung.

Norbert Niebert rundet das Themenfeld um 15.50 Uhr ab und zeigt anhand konkreter Beispiele auf, was die neue Mobilfunkgeneration für Auswirkungen auf künftiges Leben und Arbeiten hat.

Die Vorträge des zweiten Tages stehen ganz im Zeichen der Interaktion. Carlo Matic von Interactive Pioneers, einem Aachener Softwareentwicklungs-Studio, entwirft in seinem Vortrag um 13.30 Uhr die Vision eines „ganz normal digitalisierten Tages“ in Aachen im Jahr 2025. Welche Chancen birgt die zunehmende Digitalisierung und welche Risiken? Er möchte Ängste nehmen, aber auch Schwierigkeiten verdeutlichen.

Soziale Intelligenz

Spannend ist auch, einmal einen Blick zurückzuwerfen: Noch vor zehn Jahren war der Begriff „Smartphone“ völlig unbekannt, SMS-Schreiben war Normalität, Facebook steckte in den Kinderschuhen und sonstige soziale Medien existierten noch nicht. Dennis Breuer von der Tema AG stellt deshalb um 14 Uhr die Frage, ob die zunehmende Vernetzung und die daraus resultierende Schwarmintelligenz Demokratie ist oder zur Bedrohung werden könnte.

Den Abschluss macht um 15.30 Uhr der Geschäftsführer von Precire Technologies, Dirk Gratzel, der mit einer Sprachanalysesoftware dazu beitragen möchte, die digitale Zukunft menschlicher zu machen. Die Software analysiert geschriebene und gesprochene Sprache, um das Zusammenspiel von Persönlichkeit, Kommunikation und Verhalten zu entschlüsseln. „In Zukunft wird der Mensch immer mehr mit Maschinen kommunizieren. Wir wollen diesen Maschinen beibringen, wie der Mensch tickt, damit sie ihn auch entsprechend behandeln“, sagt er.

Mithilfe der Software wurde in den vergangenen Monaten die „Stimme der Region“ ermittelt. Die Preisverleihung an den Gewinner des Wettbewerbs beendet ab 16 Uhr das umfangreiche Programm.

Für die Führungen und Vorträge wird aufgrund begrenzter Teilnehmerkapazitäten um eine vorherige Anmeldung unter www.aachen2025.de gebeten. Den Anmeldelink findet man in der Rubrik Programm im Themenfeld „Kommunizieren“.