Technische Umsetzung: 80 Fingerabdruck-Scanner für NRW-Gefängnisse bislang nicht eingesetzt

Technische Umsetzung : 80 Fingerabdruck-Scanner für NRW-Gefängnisse bislang nicht eingesetzt

In Nordrhein-Westfalen sind 80 vor über einem Jahr für die NRW-Gefängnisse angeschaffte Fingerabdruck-Scanner bislang nicht eingesetzt worden.

„Aus rechtlichen Gründen können wir die Fingerabdrücke nicht wie geplant direkt mit der Datenbank des Bundeskriminalamts abgleichen“, sagte Justizsprecher Marcus Strunk am Dienstag in Düsseldorf. „Wir müssen über das Landeskriminalamt gehen und arbeiten an der technischen Umsetzung dieses Wegs.“

Anfang kommenden Jahres sei ein Testbetrieb in einer JVA geplant. Im Laufe des Jahres sollen dann die übrigen 35 Gefängnisse folgen. Die Scanner waren noch im Mai 2017 vom früheren NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) bestellt worden, um Verwechslungen von Gefangenen auszuschließen. Die Geräte hätten insgesamt rund 100.000 Euro gekostet.

Inzwischen sind in NRW mehrere Verwechslungen bekannt geworden. Der prominenteste Fall des unschuldig hinter Gittern verbrannten Syrers Ahmed A. wäre aber auch bei einem Einsatz der Scanner nicht verhindert worden, betonte Strunk. „Die Fingerabdrücke waren in dem Fall bereits von der Polizei abgeglichen worden.“ Die „Rheinische Post“ hatte zuerst berichtet.

(dpa)
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