5000 bei „Fridays for Future“-Demos in NRW, Aachener Demo am größten

Spitzenreiter Aachen : Bis zu 5000 bei „Fridays“-Demos in NRW

Knapp 5000 Schüler und Studenten haben in Nordrhein-Westfalen am Freitag erneut für mehr Klimaschutz und die Zukunft der nächsten Generationen demonstriert. Das teilte der Veranstalter „Fridays for Future“ mit. Spitzenreiter war diesmal Aachen mit rund 700 Demonstranten.

Nach Wuppertal kamen 600 Teilnehmer, rund 500 machten in Solingen und Köln mit. Kontakt zu Ex-US-Präsident Barack Obama, der am Freitagmorgen noch in der Domstadt weilte und als Klimaschützer gilt, gab es nicht. Allerdings habe man das auch nicht erwartet, sagte Fridays“-Sprecherin Merle Tennie.

In Düsseldorf versammelten sich rund 300 Teilnehmer der „Fridays for Future“-Aktion am Landtag. Sie trugen Plakate und Spruchbänder mit Aufschriften wie „Wir streiken, bis ihr handelt“. In einem Fall protestierten ein Mann und ein Junge mit dem Slogan „Opa und Enkel für eine bessere Welt“.

In Aachen zogen die jungen Klimaschutz-Aktivisten durch die Innenstadt und hielten vor drei Schulen Kundgebungen ab, sagte Sprecher Samuel Krämer am Freitag. Die Bewegung „Fridays for Future“ habe in der Region immer mehr Zulauf. Neue Gruppen hätten sich gerade erst in Düren und Erkelenz gebildet. In NRW sollen demnach mittlerweile zwischen 50 und 100 Gruppen aktiv sein. Auf Bundesebene habe man soeben die 400-Marke geknackt.

Aachen werde zudem einen Schwerpunkt bei der nächsten deutschlandweiten Großaktion von „Fridays for Future“ am 24. Mai, zwei Tage vor der Europawahl, bilden, hieß es. Am 21. Juni ist in Aachen ein weiterer großer internationaler Aktionstag geplant.

Auch während der Osterferien und am Karfreitag wollen die Schüler streiken. Allerdings seien „während der Hauptzeit des Gottesdienstes“ öffentliche Veranstaltungen unter freiem Himmel untersagt, erklärte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums auf Anfrage. Zwischen 6 und 11 Uhr morgens müsse die Ruhe an dem stillen Feiertag eingehalten werden.

Aktivistin Merle Tennie hat damit keine Probleme. „Vielleicht machen wir Karfreitag eine Mahnwache. Wir wollen das respektieren“, sagte sie der dpa. Mit der Ferienzeit stelle sich für Viele auch die Frage nach klimaschädlichen Fernreisen mit dem Flugzeug. Am besten wäre, darauf zu verzichten und so nachhaltig wie möglich zu leben, so Tennie. Viele Schüler seien aber ja noch minderjährig und hätten wenig Einfluss auf das Ziel des Familienurlaubs.

Ein große behördliche Gegenreaktion auf die Schülerstreiks ist in NRW bislang ausgeblieben. Listen über Teilnehmer, die den Unterricht für das Klima schwänzen, würden nicht geführt, versicherten die Bezirksregierungen auf Anfrage. Ebenso wie die Mittelbehörden hat auch das Schulministerium den Angaben zufolge keine gesammelten Erkenntnisse über Teilnehmerzahlen oder eventuell verhängte Sanktionen.

(dpa)
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