Autoknacker vor Gericht: 30 Luxuslimousinen in der Region gestohlen

Autoknacker vor Gericht : 30 Luxuslimousinen in der Region gestohlen

In Aachen wird derzeit zwei mutmaßlichen Mitgliedern einer Bande von Autodieben der Prozess gemacht, die innerhalb eines Jahre – von Mai 2017 bis Mai 2018 – 30 Luxuslimousinen in unserer Region gestohlen haben sollen.

Die hochwertigen Autos seien von der Haustüre weg geklaut, schnellstens in die Niederlande verbracht und dort in aller Schnelle ausgeweidet worden. Die Teile, so hieß es gestern vor einer Jugendkammer des Landgerichts, würden überwiegend an einen weiter nicht bekannten Abnehmer „Omar“ verkauft.

Angeklagt sind ein 20 und ein 21 Jahre alte Niederländer aus Heerlen und Brunssum wegen bandenmäßigen Autodiebstahls, schwerem räuberischen Diebstahls und diversen Wohnungseinbrüchen. Der Anwalt des 21-Jährigen aus Heerlen kündigte ein Geständnis seines Mandanten an.

Sie sollen die Fahrzeuge in der Grenzregion zwischen Heinsberg, Gangelt, Geilenkirchen und Aachen bis nach Simmerath ins Visier genommen haben. Mit weiteren Helfern hätten sie in Gangelt einen 45.000 Euro teuren Landrover, in Hückelhoven einen Mercedes 400 der S-Klasse im Wert von 70.000 Euro und in Heinsberg einen BMW X6 im Wert von 70.000 Euro gestohlen. Mal seien sie in die Häuser eingebrochen, um an die Schlüssel zu kommen, in anderen Fällen hätten sie einen elektronischen Codeknacker des Keyless-Go-System angewandt. Auch das traditionelle Autoknacken mit einem Schlüsselrohling beherrschte die Bande laut Anklageschrift.

Meistens zu viert sollen die Autoknacker in der Nacht losgezogen sein und die Wunschliste ihrer Hintermänner „abgearbeitet“ haben. Sie seien mit einem unauffälligen Opel Corsa über kleinere Grenzübergänge gekommen. Im August 2018 war der Fahrer des Corsa vom Aachener Landgericht bereits zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Prozess wird am heutigen Donnerstag fortgesetzt.

(wos)
Mehr von Aachener Zeitung