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Durchsuchungen auch in Linnich: 24-Jähriger soll als Geisel gehalten worden sein

Durchsuchungen auch in Linnich : 24-Jähriger soll als Geisel gehalten worden sein

Ein Mann soll sich Geld geliehen haben, das er nicht zurückzahlen konnte. Seine Gläubiger entführten ihn womöglich und die Staatsanwaltschaft ermittelt – unter anderem in Linnich.

Die Kriminalpolizei in Essen und Mönchengladbach beschäftigt derzeit ein etwas rätselhafter Fall einer mutmaßlichen Geiselnahme. Ein damals 24 Jahre alter Mann aus Oberhausen soll sich zwischen dem 7. und 11. April 2022 in der Gewalt von sieben Männern im Alter von 20 bis 33 Jahren befunden haben und in mehreren Wohnungen in Mönchengladbach und Jüchen (Rhein-Kreis Neuss) verbracht worden sein. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Mönchengladbach am Freitag gemeinsam mit.

Im Zuge der Ermittlungen seien zwischen dem 8. April und dem 23. Mai 14 Durchsuchungen für Wohnungen in Mönchengladbach, Jüchen und auch in Linnich – zum Teil mit Unterstützung von Spezialeinheiten – durchgeführt worden, hieß es weiter. Welcher Bezug zu Linnich besteht, wollte die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach auf Nachfrage unserer Zeitung nicht kommentieren.

Gegen vier von insgesamt sieben Beschuldigten seien Haftbefehle ergangen. Bei dreien dieser Verdächtigen seien die Haftbefehle wieder außer Vollzug gesetzt worden, in einem Fall sei der Haftbefehl aufgehoben worden.

Auslöser für die Ermittlungen war der 32 Jahre alte Bruder des „vermutlich Geschädigten“, wie es die Behörden vorsichtig formulierten. Dieser habe am 8. April bei der Kripo in Oberhausen angegeben, dass sein jüngerer Bruder durch unbekannte Täter „möglicherweise ins Ausland“ gebracht worden sei. Hintergrund der Tat sollen finanzielle Forderungen von unterschiedlichen Gläubigern gewesen sein, von denen sich der jetzt 25-Jährige zum Teil vierstellige Geldbeträge geliehen und nicht zurückgezahlt hatte.

Ob der Oberhausener, der wieder frei ist und derzeit vernommen werden soll, tatsächlich in ein angrenzendes Nachbarland entführt wurde, sei noch Gegenstand der weiteren Ermittlungen, hieß es. Die Beschuldigten sollen den Angaben zufolge damit gedroht haben, dem Oberhausener gesundheitliche Schäden unterschiedlicher Art zuzufügen.

Geldforderungen an die Familie des mutmaßlichen Opfers sollen die Verdächtigen Nachdruck verliehen haben, indem sie den Geschädigten mit unterschiedlichen Gegenständen verletzten.

Da die Beschuldigten aus dem persönlichen Umfeld des Oberhauseners stammten, konnten sie zeitnah ermittelt werden, teilten die Behörden mit. Weitere Details wollte die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage derzeit nicht nennen.

(dpa/kte)