Alsdorf: 1. Euregio-Filmpreis feiert eine rauschende Premiere

Alsdorf : 1. Euregio-Filmpreis feiert eine rauschende Premiere

Licht aus, Spot an: Bühne frei für den Euregio-Filmpreis. Er wurde am Samstagabend zum ersten Mal in fünf Kategorien vergeben.

Filmschaffende aus der Region, Prominenz und viel Publikum erlebten die Verleihung im Rahmen einer bunten Show im Cinetower Kinopark in Alsdorf und feierten ausführlich den Anlass und nicht zuletzt auch den Hauptpreisträger der Aachener Zeitung: Schauspieler Jürgen Tarrach. AZ-Redakteur Andreas Herkens berichtet.

Der erste Applaus der 600 Zuschauer gehört ihm. Oder besser gesagt ihnen. Denn der Euregio-Filmpreis steht gleich in fünffacher Ausführung auf dem roten, weich gepolsterten Podest.

AZ-Redakteur Robert Esser, der die Preisverleihung im Alsdorfer Cinetower locker und launig moderiert, hat die fünf handlichen Trophäen aus Plexiglas gerade vorsichtig enthüllt. Jetzt stehen sie da, glänzen im Rampenlicht, freuen sich über die freundliche Begrüßung und auf die neuen Besitzer. Die Show beginnt...

Sie läuft und läuft und läuft - auf den abschließenden Höhepunkt zu: die Ehrung von Jürgen Tarrach als besten Schauspieler aus der Region. Am 17. Dezember 1960 wurde er in Geilenkirchen geboren. Er wuchs in Boscheln auf, zog nach Wassenberg um, ging in Erkelenz aufs Gymnasium. Heute kennt ihn das Film- und Fernsehpublikum aus vielen Produktionen.

„Ein fantastischer Schauspieler, der ganz tief eintaucht in seine Figuren”, charakterisiert ihn Laudatorin Barbara Eligmann, die zur Preis- übergabe in den Tower 7, den größten Saal des Kinoparks, gekommen ist. „Mit ihm wird Fernsehen zum Erlebnis”, resümiert die TV-Moderatorin - bekannt von „Explosiv” bei RTL, bald bei Sat.1 zugange. Es folgt auf der Leinwand ein Zusammenschnitt von komischen, dramatischen, bewegenden Szenen, die die Vielseitigkeit des Mimen zeigen.

„Ein sympathischer, zurückhaltender Mensch!” Erich Behrendt, Chef vom Dienst der Aachener Zeitung, trifft mit diesen Worten den Nagel auf den Kopf, als er Tarrach zusätzlich zur Trophäe eine Scheck über 2500 Euro überreicht. Der bedankt sich unter anderem mit einer kleinen Geschichte „aus meinen Anfängen 1980”. Da habe er zur Berufsberatung für Abiturienten nach Aachen gemusst.

Er sei also in „die große Stadt” gefahren und habe in der Beratungsstelle verkündet: „Ich möchte Schauspieler werden!” Die Damen hätten erst mal geschwiegen, ihn dann doch mit Material versorgt und schließlich gefragt, ob er keine Alternative habe. „Nein”, habe er geantwortet, „ich habe keine, ich muss schauspielern.” So sei es bis heute.

Da steht er nun, der Filmstar, und hält - Grimmepreis und Deutscher Fernsehpreis stehen schon bei ihm zu Hause - den von der Regio Aachen e.V. unterstützten 1. Euregio-Filmpreis in der Hand. Er lächelt, seine Augen blitzen im warmen Beifall...

Zurück zum Auftakt der mit vielen Filmclips angereicherten Verleihungs-Show: Der beste Werbespot der Region ist... Paul Panzer, sei- nes Zeichens Telefonator von 100,5 Das Hitradio, öffnet den Umschlag und verkündet „dat jetzt mal ganz formell”: Der TV-Spot für Parfüm-Werbung mit Nationaltorwart Oliver Kahn von der Stolberger Firma Mäurer + Wirtz hat gewonnen.

Kategorie Nachwuchspreis, vorgestellt von „Lindenstraßen”-Darstellerin Sontje Petlow: Der Preis geht an Anna Lea Kurka für ihre Rolle im Erfolgsfilm „Nirgendwo in Afrika”. Die Elfjährige mit den Zöpfen, die aus Alsdorf stammt, steht in Jeans und hellblauem T-Shirt etwas verlegen auf der Bühne. Sie dankt neben ihren Eltern vor allem Regisseurin Caroline Link, „die so einen schönen Film gemacht hat”. Von Jochen Bräutigam, dem Vorstandschef der Sparkasse Aachen, gibts als Zugabe einen Scheck über 1000 Euro.

Ron Holzschuh und Inez Björg David aus der ARD-Soap „Verbotene Liebe” leiten die Vergabe des Regiepreises an Marco Petry ein. Der gebürtige Würselener (Jahrgang 1975), der mit dem Film „Schule” 2000 über eine Million Kinobesucher verbuchen konnte, macht in Schlabberjeans und schwarzem Sakko Werbung für seinen neuen Streifen „Die Klasse von 99”, der am 30. Oktober in die Kinos kommt.

Als beliebtesten deutschen Film in Cinetower zeichnen Stefan Hanrath, Geschäftsführer des Hauses, und Andreas Mehlhorn, Managing Director der mitveranstaltenden AME-Media GmbH, Michael „Bully” Herbigs Kassenknüller „Der Schuh des Manitu” aus.

Thorsten Koch, Marketing-Chef des Verleihers Constantin Film, bestellt Grüße von „Bully” und kündigt an, dass der im Sommer 2004 nach Alsdorf kommen und den Preis persönlich abholen werde. Als Appetithappen werden Szenen von Herbigs kommendem neuen Film „(T)Raumschiff Surprise Periode 1” eingespielt. Köstlich!

Show & Panne

Ein Showprogramm lockert die Verleihungs-Zeremonie auf: Die Stardancer bieten turbulente Tanzeinlagen. Sänger P!RO rockt im Stil der Erfolgsband Echt. Sängerin Miss Shiva feat. K bietet zwei Dance-Songs.

Tapfer nimmt sie die Einspielung falscher Halbplaybacks hin, verursacht dann aber eine gewisse Unruhe im Saal, als beim Tanz ihr Kleid immer höher rutscht. Was solls. Das ist halt live...

Frank Mirbach, Regisseur aus Aachen und Geschäftsführer der Firma Mineworks, stellt seinen spektakulären Science-Fiction-Film „Real Buddy” vor, dessen Fertigstellung wegen Geldmangels unterbrochen ist - noch.

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