Heinsberg: Nicht einmal feiern, sondern dauerhaft helfen

Heinsberg: Nicht einmal feiern, sondern dauerhaft helfen

Die besten Ideen kommen vielen Menschen nachts. So muss es auch gewesen sein, als Arndt Frauenrath die Idee entwickelte, eine Stiftung zugunsten kultureller und sozialer Zwecke ins Leben zu rufen.

Im Vorfeld des Firmen-Jubiläums „100 Jahre Frauenrath”, das im Jahr 2000 begangen wurde, war zunächst an eine große Jubiläumsparty mit allen Mitarbeitern und Geschäftspartnern gedacht worden.

Doch nachts habe er lange nicht geschlafen, als er überlegt habe, wie viel Geld für solch eine Party hätte aufgewendet werden müssen, erinnerte sich am Donnerstag Arndt Frauenrath - viel Geld, das nach wenigen Stunden schon verbraucht gewesen wäre. So wurde „auf Sparflamme” gefeiert und als Alternativ-Gedanke reifte die Idee einer dauerhaft angelegten Stiftung für die Stadt Heinsberg.

„Tue Gutes und rede darüber” - diesen Grundsatz machte sich am Donnerstag der Vorstand der „Kultur- und Sozialstiftung A. Frauenrath” zu eigen und informierte die Öffentlichkeit über die ersten Projekte der am 1. Januar 2001 offiziell gegründeten Stiftung.

Aus den bisherigen Erträgen - das Grundkapital wird nicht angetastet - wird in diesem Jahr die Sanierung der „Boverather Kapelle” an der Straße von Dremmen nach „Janses Mattes” mitfinanziert. 20 000 Mark - also gut 10 000 Euro - steuert die Stiftung bei, die andere Hälfte wird von der Stadt Heinsberg getragen, so dass ein Gesamtbetrag von rund 20 000 Euro zusammenkommt.

Nach den Sommerferien, so erläuterte Bürgermeister Josef Offergeld als Vorstandsmitglied der Stiftung, gingen die Arbeiten am Kapellchen weiter. So würden beispielsweise der Altar restauriert, die Eingangstüre und die Marienstatue erneuert.

„Ich bin froh, dass Arndt Frauenrath den Entschluss gefasst hat, die Stiftung zu gründen, die dem Stadtgebiet Heinsberg und somit den Bürgern zugute kommt”, sagte Josef Offergeld, „und gut ist auch die Zweiteilung in einen kulturellen und einen sozialen Bereich.”

So hätten unter anderem bereits Therapiekosten für ein schwerstkrankes Kind - von den Kassen nicht getragene Folgekosten - übernommen werden können. Ebenso sei einer jungen Familie nach dem plötzlichen Tod des Vaters geholfen worden, indem die Stiftung der Mutter und deren drei schulpflichtigen Kindern eine Erholungsmaßnahme ermöglicht habe.

Alle Maßnahmen im sozialen Bereich würden mit dem städtischen Jugendamt abgestimmt, erläuterte Josef Offergeld, auch kämen Vorschläge von dort, wo und wie möglicherweise seitens der Stiftung Notleidenden geholfen werden könnte.

„Ich denke, dass wir in Zukunft noch vieles bewegen werden”, schaute er optimistisch in die Zukunft und nahm vor allem das neue Projekt im Bereich der Kultur- und Landschaftspflege in den Blick.

Projekt „Kirch- und Burgberg”

Bereits seit Gründung der Stiftung sei stets auch das Thema „Kirch- und Burgberg” präsent gewesen, betonten der Bürgermeister und Arndt Frauenrath. Die jüngsten Berichterstattungen über die dortigen Schäden und Mängel hätten dem Thema innerhalb des Stiftungsvorstandes zusätzliche Schubkraft verliehen.

Deshalb sei nun geplant, die Förderung in den nächsten Jahren - Ende offen - diesem Wahrzeichen der Kreisstadt zugute kommen zu lassen, sagte Arndt Frauenrath: „Beim Kirch- und Burgberg haben wir es mit einem bedeutsamen Kulturdenkmal zu tun als Mittelpunkt nicht nur der Kreisstadt Heinsberg, sondern des ganzen Kreises.”

Aber, so schränkte er gleich ein, damit, dass sich die Stiftung des Themas „Kirch- und Burgberg-Sanierung” annehme, sei die Zuständigkeit und Verantwortung nicht von den anderen Schultern genommen. Auch das Land, die Kirchengemeinde, das Bistum und die Stadt nahm er mit in die Pflicht. „Wenn ich von 20 000 Mark pro Jahr rede, kann ich angesichts des Areals nicht von Restaurierung sprechen. Wir können nur einen Beitrag leisten, dies soll ein Baustein von mehreren sein.”

20 000 Mark beziehungsweise rund 10 000 Euro pro Jahr, so Treuhänder Dr. Hansludwig Randerath, stellten die Mindestsumme dar. Durch Zustiftungen bei besonderen Anlässen innerhalb der Unternehmensgruppe Frauenrath oder durch Zustiftungen von außen könnten die künftigen Ausschüttungen erhöht werden. Fest steht, die Stiftung ist auf Dauer angelegt, sie ist nicht rückholbar.

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