Neuer Fahrplan der Rurtalbahn seit Sonntag in Kraft

Kreis Düren: Neuer Fahrplan der Rurtalbahn soll Besserungen für Pendler bringen

Ruben Stüttgen dürfte gespannt sein, wie sich der neue Fahrplan der Rurtalbahn auf seinen Alltag auswirken wird. Im besten Fall positiv, anders lässt sich die Beschwerde des Kölners, der seit gut vier Jahren mit der Rurtalbahn zum Forschungszentrum Jülich pendelt, nicht deuten. „Jeden Tag verliere ich zehn bis 15 Minuten, und alle zwei Monate geht mir ein Arbeitstag verloren“, schrieb er an das Unternehmen.

In der Antwort heißt es unter anderem, dass die Fahrplananpassung Verspätungen vermeiden soll.

Seit Sonntag gelten die neuen Fahrzeiten. Die Züge auf der Nordseite zwischen Linnich, Jülich und Düren — also auf Stüttgens täglicher Strecke — fahren nun bis zu zwei Minuten eher los. Stüttgen monierte in seinem Schreiben an das Unternehmen, dass die Haltestelle FZJ Jülich von Düren kommend über Monate „nie um 7.01 Uhr erreicht“ worden sei. Mit den neuen Fahrzeiten versucht die Rurtalbahn, dass weniger Pendler ihre Anschlusszüge verpassen.

Denn Grund für die Verspätungen auf der Nordseite seien unter anderem die neuen Fahrzeuge des Typs Alstom Coradia Lint 54, die seit Juli 2017 im Einsatz sind. Die neuen Züge lobte Ruben Stüttgen zu Beginn seines Schreibens ausdrücklich, sie seien „sehr angenehm im Gegensatz zu den alten“.

Sie haben aus Unternehmenssicht jedoch auch einen Nachteil, denn sie seien „insbesondere in den morgendlichen kurzen Wendezeiten von drei Minuten im Endbahnhof Linnich sehr anfällig für Verspätungen“. Und die eingleisige Streckenführung sorge dafür, dass sich jede Verspätung auf die weiteren Züge überträgt — zu den Hauptverkehrszeiten auch bis in den frühen Vormittag hinein. Die Gegenzüge müssen in dieser Zeit in den Kreuzungsbahnhöfen warten.

Abfahrzeiten verschoben

Diese Situation auf dem gesamten Streckennetz ist zudem ursächlich dafür, dass auch Züge auf der Südstrecke gleich mindestens 15 oder 20 Minuten verspätet sein können, wenn sie wegen einer vorherigen Verzögerung warten müssen. Oder wenn es zu einer Weichensignalstörung wie am frühen Dienstagmorgen kommt. Die hatte dafür gesorgt, dass der Zug, der um 6.50 Uhr am Dürener Hauptbahnhof startete, ab Lendersdorf 20 Minuten zu spät ka,. Auch auf der Südstrecke hat das Unternehmen den Fahrplan angepasst. Im morgendlichen Berufsverkehr fahren die Züge von Heimbach bis Lendersdorf zwei bis drei Minuten früher los.

Abgesehen von der Verschiebung der Abfahrtszeiten — und einem durchgehenden Stundentakt am Wochenende — will die Rurtalbahn die Pendlersituation in Absprache mit den an die Haltestellen angebundenen Busanbietern verbessern. Dürener Kreisbahn, West Verkehr und DB Regio Bus „haben uns zugesichert, im Rahmen ihrer Möglichkeiten im Verspätungsfall der Rurtalbahn zu warten“, heißt es im Schreiben an Stüttgen.

Am ersten Tag des neuen Fahrplans bestimmte der Schneefall die Taktung, es kam zu Verspätungen und Zugausfällen. An den ersten beiden Tagen dieser Woche habe es keine Anmerkungen von Kunden gegeben, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit. „Generell werde der neue Betriebsplan dafür sorgen, dass die Situation besser wird.“

Täglich nutzen 8000 Fahrgäste die Rurtalbahn, 5000 davon auf der Nordstrecke.

(cro)
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