Erkelenz: Neue Tafeln gegen das Vergessen

Erkelenz: Neue Tafeln gegen das Vergessen

Am „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus”, am Mittwoch, 27. Januar, wird der Erkelenzer Arbeitskreis „Route gegen das Vergessen” drei weitere Mahntafeln der Öffentlichkeit überreichen.

Die Übergabe ist Teil einer Gedenkveranstaltung an die Erkelenzer Opfer des Holocausts, die um 17 Uhr im Johanniterstift an der Südpromenade stattfindet.

Unmittelbar vor dem Johanniterstift wird eine der drei neuen Mahntafeln angebracht. Der Grund: Bis 1945 befand sich hier das Erkelenzer Gymnasium; die Mahntafel erinnert unter der Überschrift „Ideologie statt Bildung” daran, wie die Nationalsozialisten das Schulwesen für ihre Zwecke instrumentalisierten.

So übte die Schulleitung massiven Druck auf die Schüler aus, Mitglied in der Hitlerjugend zu werden. Außerdem beeinflussten die Nazis aktiv den Unterricht, zum Beispiel, indem sie Geistlichen den Religionsunterricht entzogen und das Alte Testament aus der Schule verbannten.

Zugleich werden mit der Gedenkveranstaltung am 27. Januar zwei weitere Tafeln der Öffentlichkeit übergeben: Eine Tafel am Jüdischen Friedhof erinnert an die jüdische Geschichte im Erkelenzer Land, eine Tafel am Johannismarkt thematisiert die Rolle der örtlichen Vereine im Nationalsozialismus.

In den kommenden Monaten will der Arbeitskreis weitere Tafeln im Stadtgebiet anbringen, die zusammen mit der 2008 erschienenen Broschüre die wichtigsten Pfeiler der „Route gegen das Vergessen” bilden. Die Anschaffung der Tafeln wird von der Stadt Erkelenz und dem Heimatverein der Erkelenzer Lande unterstützt.