Wassenberg: Neue Rettungswachen-Nebenstelle in Wassenberg

Wassenberg: Neue Rettungswachen-Nebenstelle in Wassenberg

Wenn auch im Obergeschoss noch ein Elektriker dabei war, die letzten Leuchten zu montieren, war die Freude vor dem neuen, hell geklinkerten und verputzten Würfelbau am Rande der Senioren-Wohnanlage in der Wassenberger Oberstadt groß.

Mit der offiziellen Eröffnung der Rettungswachen-Nebenstelle des Kreises Heinsberg verfügt seit gestern auch die Stadt Wassenberg über eine eigene Einsatzzentrale für den Rettungsdienst. Auf 110 Quadratmetern Nutzfläche sind hier eine Fahrzeughalle, Aufenthaltsräume sowie ein Desinfektions- und ein Lagerbereich vorhanden. Organisatorisch ist diese neue, rund um die Uhr besetzte Einrichtung mit einem Rettungswagen der Hauptwache Hückelhoven zugeordnet.

„Eine Einweihung wie die heutige ist auch in Zeiten knapper Finanzen immer ein gutes Zeichen”, betonte Landrat Stephan Pusch in seiner Rede zur Eröffnung. Die Errichtung der Wache sei auf der Grundlage des Rettungsdienst-Bedarfsplans aus dem vergangenen Jahr erfolgt.

der Vorgaben darin sei die Verbesserung der gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfristen gewesen. „Da die Orte im Gebiet der Stadt Wassenberg bislang von den Rettungshauptwachen Hückelhoven und Heinsberg sowie von der Nebenstelle Arsbeck bedient wurden, waren die gültigen Hilfsfristen in einigen Orten - ich darf hier Effeld als Beispiel nennen - grenzwertig beziehungsweise kaum noch einzuhalten”, betonte er. Daher sei im Johanniterstift eine provisorische Rettungswache eingerichtet worden, die allerdings nur im Tagdienst besetzt gewesen sei. „Mit dem Umzug in diese neue Wache gibt es nun auch in Wassenberg eine 24-Stunden-Versorgung”, so Pusch.

Als Träger des Rettungsdienstes werde der Kreis demnächst noch eine weitere Rettungswache in der Gemeinde Selfkant betreiben, führte er weiter aus. Zudem führe der Kreis momentan Verhandlungen, um auch in Wegberg künftig einen zentralen Standort für eine Rettungswache zu schaffen. Der Standort Arsbeck sei ursprünglich im Hinblick auf das Gebiet Wegberg und Wassenberg ausgewählt worden. „Mit der Inbetriebnahme der Rettungswache Wassenberg erscheint es auch für Wegberg sinnvoll, nunmehr einen zentraleren Standort zu suchen.”

In diesem Jahr seien für den Rettungsdienst bislang vier neue Rettungswagen, davon ein Schwerlast-Fahrzeug, drei neue Krankentransportwagen und zwei neue Notarzt-Einsatzfahrzeuge bereitgestellt worden, schloss der Landrat seinen Überblick über das Rettungswesen im Kreis. Weitere acht Rettungswagen seien bestellt, die ebenfalls noch im ersten Halbjahr geliefert werden sollen. „In Sachen Rettungsdienst darf ich also für den Kreis Heinsberg feststellen: In Quantität und Qualität ist alles getan, um für die Menschen da zu sein.”

Immer auf ihre innere Stimme zu hören, ihr eigenes Leben nicht in Gefahr zu bringen, um so wirkungsvoll für andere da sein zu können, gab Pfarrer Thomas Wieners den anwesenden Mitarbeitern des Rettungsdienstes im Rahmen der Einsegnung mit auf den Weg. „Bewahre sie davor, sich zu überschätzen und zu überfordern”, pflichtete ihm Dr. Titus Reinmuth bei.

„Wir sind jetzt 24 Stunden versorgt. Das ist ein großer Fortschritt!”, verlieh der Bürgermeister seiner Freude über die neue Einrichtung Ausdruck. „Ich wünsche Ihnen jedoch, dass Sie nicht allzu häufig ausrücken müssen, denn das bedeutet meistens nichts Gutes!”

Der Rettungsdienst im Kreis Heinsberg verfügt derzeit über zehn Einsatz-Rettungswagen an vier Hauptwachen und fünf Nebenstellen, fünf Reserve-Rettungswagen sowie sieben Einsatz- und vier Reserve-Krankentransportwagen an den vier Hauptwachen.

Hinzu kommen vier Notarzt-Einsatzfahrzeuge an den Krankenhäusern Erkelenz, Geilenkirchen, Heinsberg und Wegberg sowie zwei Notarzt-Einsatzfahrzeuge in Reserve an den Krankenhäusern in Erkelenz und Geilenkirchen.

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