Kreis Heinsberg: Neue Perspektiven für Heinsberger Lehrer

Kreis Heinsberg: Neue Perspektiven für Heinsberger Lehrer

Hauptschulen werden aufgelöst, Sekundarschulen entstehen, in denen Haupt- und Realschulen aufgehen: Mit Blick auf anstehende Veränderungen in der Schullandschaft im Kreis Heinsberg hat der Kreisvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Klaus D. Lange, darauf hingewiesen, dass aktuell etwa 400 Lehrer im Kreis davon betroffen seien.

Sie wüssten derzeit nicht genau, wie ihre berufliche Zukunft aussehen werde. Lange, der auch die Interessen der Beschäftigten im Personalrat vertritt, erklärte, die Schulen bräuchten Leitlinien für ein Übergangsmanagement, „das neue Perspektiven schafft und die konkreten Arbeitsplätze verbessert”.

Die Forderung der GEW ist laut Lange eindeutig: „Die Lehrkräfte an auslaufenden Schulen und an Schulen, die von der Schließung bedroht sind, müssen vorrangig, wohnortnah und wunschgemäß versetzt werden. Je nach Wunsch erfolgt die Versetzung an andere Schulformen oder an noch existierende Hauptschulen.” Es müsse sichergestellt werden, dass unabhängig von starren Versetzungsterminen vor Neuausschreibung beziehungsweise Neueinstellung die gewünschte Versetzung erfolge.

Auch mit Blick auf Schulleiter hat die Bildungsgewerkschaft klare Vorstellungen: „Schulleitungen haben einen Anspruch auf funktionsähnlichen Einsatz”, so Lange. Für Lehrkräfte an Haupt- und Realschulen müsse der Zugang zu Beförderungsstellen an Sekundar- und Gesamtschulen sowie den Gymnasien erweitert werden. Keine Schulform der Sekundarstufe I dürfe bei Ausschreibungen von Beförderungsstellen Hauptschullehrkräfte von einer Bewerbung ausschließen. Es müssten spezielle Verfahren des Laufbahnwechsels für Lehrkräfte an Hauptschulen mit einem Lehramt für die Gymnasiale Oberstufe entwickelt werden.

Um die Arbeitsbelastung für die noch verbleibenden Lehrerinnen und Lehrern an zu schließenden Schulen zu senken, will die GEW überflüssige Aufgaben abschaffen. Da die schulischen Aufgaben an auslaufenden Hauptschulen von immer weniger Lehrkräften bewältigt werden müssten, sei eine Aufgabenreduzierung (zum Beispiel Qualitätsanalyse) für alle dringend erforderlich. „Die Verwaltungstätigkeiten müssen durch den Schulträger auch bei rückgängigen Schülerzahlen auf vorherigem Niveau sichergestellt werden”, so Lange weiter.

„Soziale Härten müssen unbedingt verhindert werden”, forderte der GEW-Kreisvorsitzende. Die Lehrkräfte an den Hauptschulen seien im Durchschnitt deutlich über 50 Jahre alt. „Ihnen sollte bei Auflösung der Schulform die Möglichkeit einer Pensionierung ab 60 Jahren auf Antrag und ab 63 Jahren ohne Abschläge angeboten werden.” Daneben müssten individuelle Regelungen im Einzelfall zur Vermeidung sozialer Härten ermöglicht werden.

Klaus D.Lange erklärte: „Die Mitbestimmung muss dringend sichergestellt werden.” Entsprechende Leitlinien müssten mit den Personalräten verhandelt werden, damit der Prozess sozialverträglich ablaufe und die Interessen der Beschäftigten gewahrt würden. „Personalräte und Lehrerräte sind frühzeitig in die Überlegungen zum Übergangsmanagement einzubeziehen”, so die Vorstellung des Gewerkschaftlers.