Kreis Heinsberg: Neubau der Sparkasse sorgt für Briefwechsel

Kreis Heinsberg: Neubau der Sparkasse sorgt für Briefwechsel

Der geplante Neubau der Kreissparkassen-Hauptstelle in Erkelenz ist zu einem Streitthema zwischen Architektenkammer und Sparkasse geworden.

In einem Schreiben an den Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse Heinsberg, Lothar Salentin, hat der Hauptgeschäftsführer der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, Markus Lehrmann, das Bedauern der Kammer darüber zum Ausdruck gebracht, dass sich die Sparkasse für ihren geplanten Neubau in Erkelenz nicht zur Auslobung eines geregelten Wettbewerbs entschieden habe.

Solche Regeln für die Auslobung von Wettbewerben (RAW 2004) hätten sich bereits in weit über 400 Wettbewerben zu Planungsaufgaben jeder Art und Größe bewährt, darunter auch bei verschiedenen Bauaufgaben von Sparkassen. „Die Abstimmung von Wettbewerben mit der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen gewährleistet sowohl den Teilnehmern als auch den Auslobern ein hohes Maß an Ergebnisqualität und Verfahrenssicherheit”, so der Hauptgeschäftsführer in dem Brief weiter. „Wir sind sicher, dass auch im Fall Ihrer Bauaufgabe die Auslobung eines geregelten Wettbewerbs zur Optimierung des Ergebnisses und zur Transparenz bei der Vergabe beigetragen hätte.Ó Lehrmann bemängelte, dass in dem von der Sparkasse gewählten Verfahren die Beiträge offenbar nicht durch ein unabhängiges und fachlich kompetentes Preisgericht beurteilt worden seien.

„Wir stehen nach wie vor dazu, in das Auswahlverfahren nur regional ansässige Architekten einbezogen zu haben, die mit uns in Geschäftsbeziehungen stehen”, antwortete Sparkassendirektor Lothar Salentin der Architektenkammer in einem Brief. „Uns ist wichtig, deutlich zu machen, dass wir keinen Wettbewerb, sondern eine Vergabe im Rahmen der Mehrfachbeauftragung gewählt haben, die uns im Übrigen von Fachleuten als ein übliches Verfahren beschrieben worden ist.” Die Qualität der hiesigen Architekturbüros lasse ein derartiges Verfahren zu und gewährleiste einen hohen Standard der Planerstellung. Salentin hält es auch für nicht zielführend, die Kompetenz des Entscheidungsgremiums anzuzweifeln, das vom Verwaltungsrat festgelegt worden sei und dem unter anderem Diplom-Ingenieure Architekten angehört hätten.

Wie berichtet, waren im September sieben Architekturbüros im Rahmen einer Mehrfachbeauftragung um die Erstellung von Vorentwürfen gebeten worden. Im November wurden diese Entwürfe von DAL Bautec Baumanagement und Beratung GmbH, einem Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe, sowie von der Bauabteilung der Sparkasse und von der Stadt Erkelenz gesichtet und geprüft. Die Ergebnisse wurden dem Verwaltungsrat des Kreditinstituts vorgetragen. Den Zuschlag für die weitere Planung erhielt schließlich das Architekturbüro Wolfgang Emondts aus Hückelhoven.