Kreuzau: Ne Öcher Gruß und dazu schottische Töne

Kreuzau : Ne Öcher Gruß und dazu schottische Töne

Was ist das denn? In das Kreuzauer Alaaf mischt sich beim Sessionsauftakt der „Ahle Schluppe” in der Kreuzauer Festhalle doch glatt ein lautes Oche Alaaf aus dem Publikum. Schluppe-Präsident Peter Kaptain lässt sich nicht lumpen und stimmt so gleich seinerseits den Aachener Karnevalsruf an.

Ein Verfall der Sitten bei der Kreuzauer Karnevalsgesellschaft? Mitnichten, aber die Vergangenheit hat die „Schluppe” eingeholt. Die Vergangenheit von Prinz Wolfgang I. Die neue Tollität hat nämlich ein karnevalistisches Vorleben: Bevor Wolfgang Guckland vor elf Jahren Mitglied der „Schluppe” wurde, war er langjähriges Mitglied der KG Horbacher Freunde.

Bis 1992 lebte der neue Kreuzauer Prinz in Aachen-Horbach an der deutsch-holländischen Grenze. Und jetzt heißt es eben in Kreuzau „Met Häzz on Schwong fiert met üch ne Öcher Jong” - da muss man sich schon auf das eine oder andere Oche Alaaf gefasst machen.

Kann man ja auch, denn ansonsten machte man in Kreuzau traditionell keine Zugeständnisse an andere karnevalistische Hochburgen als die eigene. Wie jedes Jahr wurde das Bühnenprogramm auch dieses Mal wieder ausschließlich mit eigenen Kräften bestritten. Ein Erfolgsrezept, wie auch die mit 500 Besuchern ausverkaufte Festhalle bewies.

Und das Publikum kam voll auf seine Kosten: Ob Büttenreden, Lieder, Sketche oder Tanzdarbietungen - das abwechslungsreiche Programm bot für jeden etwas. Für Lacher sorgten die Auftritte von Matthias Dohmen alias „Ne Mann us de Klippe” und Peter Sistenich als „Ne Verdrüschde” in der Bütt. Außerdem präsentierte das Kinderkomitee einen Sketch.

Ulrike Müller schwang auf der Bühne das Mikrofon und sang „Alte Liebe macht Flügel im Bauch”. Gesang und Tanz für „ne Öcher Jong” boten auch Helmut Kreiensiek und die Schautanzgruppe „Ladykracher”. Ein Ständchen gab es vom TC Edelweiß. Manfred Kempen brachte ein Ostermann-Potpourri zur Aufführung, die Gruppe M & Ms präsentierte „Kölsche Mädche, Kölsche Jonge”. Zudem hatten sich mit Drover, Üdinger und Windener Jecken befreundete Karnevalsgesellschaften angekündigt.

Und dann gab es doch noch einen Auftritt, der nicht von Kreuzauer Kräften bestritten wurde: Für Prinz Wolfgang I. spielte die Gruppe „Drums and Pipes” schottische Dudelsackmusik. Die Musikgruppe kam jedoch nicht aus Aachen, sondern aus Dreiborn. Es war ein Geschenk der Familie, der neue Kreuzauer Prinz ist nämlich ein Fan der „Sackpfeifenmusik”.