Köln/Düsseldorf: Narrenrufe: Kölle Alaaf - Düsseldorf Helau

Köln/Düsseldorf: Narrenrufe: Kölle Alaaf - Düsseldorf Helau

„Alaaf” und „Helau” sind die bekanntesten Narrenrufe in den rheinischen Karnevalshochburgen. „Alaaf” jubeln die Jecken in einem geschlossenen Gebiet zwischen Aachen und dem Bergischen Land über Köln bis Koblenz.

„Helau” rufen Karnevalisten im Gebiet rund um Düsseldorf und Wuppertal bis nach Kleve, sowie südlich von Koblenz bis nach Mainz.

Ursprünglich stehen jedoch beide Ausdrücke in keinem Zusammenhang mit dem Karneval, sagt Alois Döring, Volkskundler beim Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte des Landschaftsverbands Rheinland in Bonn. Das Wort „al-aff” tauchte zum ersten Mal im 15. Jahrhundert als Trinkspruch auf Bierkrügen auf. Es bedeutet „nichts geht über” oder „über alles hinaus”. „Kölle Alaaf” heißt daher „nichts geht über Köln”. Im Karneval erklang „Alaaf” bereits in den 1820er Jahren in Köln und Aachen.

„Helau” dagegen sei 1603 aus Tirol überliefert, sagt Döring. „Die Bedeutung des Wortes ist unklar.” Es werde beispielsweise von hellblau oder halbblau - im Gegensatz zum Zustand ganz blau - abgeleitet, oder auch vom englischen „hello”. Im Düsseldorfer Karneval war „Helau” schon in den 1830er Jahren zu hören.

„Alaaf” und „Helau” sind aber nicht die einzigen Schlachtrufe der Jecken. In Mönchengladbach laute der Narrenruf seit 1936 „Halt Pohl”, sagt Döring. Die niederrheinischen Narren wollten sich mit einem eigenen Karnevalsruf vom Düsseldorfer „Helau” abgrenzen. „Halt Pohl” bedeute so viel wie „Halt die Stange” und symbolisiert die Treue zum heimischen Karneval. „Breetlook” wird in Krefeld-Hüls gerufen, es bedeutet Porree.