Aachen: Nachhilfe gibt es auch während der Ausbildung

Aachen : Nachhilfe gibt es auch während der Ausbildung

Jeder vierte Lehrling bricht seine Ausbildung ab, wie ein Bericht des Bundesministeriums für Bildung zeigt. Dabei gibt es Anlaufstellen, die helfen, wenn es Probleme in der Berufsschule gibt. Waltraud Gräfen vermittelt die sogenannten ausbildungsbegleitenden Hilfen.

Wir Hier: Frau Gräfen, welche Hilfe gibt es für die Berufsschüler?

 Hilft Berufsschülern, geeignete Nachhilfe zu finden: Waltraud Gräfen.
Hilft Berufsschülern, geeignete Nachhilfe zu finden: Waltraud Gräfen. Foto: IHK Aachen, Heike Lachmann

Waltraud Gräfen: Wer Probleme in der Berufsschule hat, kann sich bei uns melden. Wir vermitteln dann an die zuständige Anlaufstelle. In der Regel ist die angebotene Nachhilfe für die Schüler kostenfrei, wenn eine Bescheinigung vom Lehrer oder der Schule vorliegt. Der Nachhilfeunterricht erfolgt in Gruppen von fünf bis sechs Schülern und wird von ausgebildeten Pädagogen geleitet.

Wir Hier: Gibt es Ausbildungsberufe, aus denen besonders viele Schüler Hilfe benötigen?

W. Gräfen: Eine Tendenz gibt es nicht. Die Berufsschüler kommen aus allen Bereichen. Nachhilfe gibt es in allen Fächern, auch für praktische Ausbildungsbestandteile.

Wir Hier: Was, wenn die Probleme nicht schulisch bedingt sind?

W. Gräfen: Allgemein geht es darum, den Lehrstoff nachzuholen. Aber wer Hilfe braucht, erhält auch sozialpädagogische Betreuung. Die Schüler können auch über private Probleme sprechen. Die Pädagogen vermitteln auch Lerntechniken für Prüfungen.

Wir Hier: Wie lange erhalten die Schüler die Hilfe?

W. Gräfen: Es gibt keine festen Verträge, die Hilfe kann auch nur über einen kurzen Zeitraum gehen. In der Regel werden die Hilfen für ein Jahr bewilligt. Die Schüler erhalten je nach Bedarf zwischen drei und acht Stunden Nachhilfe pro Woche. Nicht jeder Schüler wird für die Zeit vom Betrieb freigestellt und müssen das außerhalb der Arbeitszeit noch leisten.

Wir Hier: Wie gut funktionieren die ausbildungsbegleitenden Hilfen?

W. Gräfen: Ziemlich gut. Eine Evaluation hat gezeigt, dass dank der Maßnahmen viele Berufsschüler ihre Abschlussprüfungen bestanden haben.

Wir Hier: Stehen denn genügend Plätze zur Verfügung?

W. Gräfen: Die Nachfrage ist groß und in den vergangenen 30 Jahren auch immer weiter gestiegen. Aber auch das Angebot wurde ausgebaut. In der Regel gibt es für jeden Schüler, der sich um Hilfe bemüht, auch einen Platz in der Nähe seines Wohn- oder Arbeitsortes.

(at)