Nachhaltige Klassenfahrten: Das ist die Zukunft

Umweltfreundliche Schülerreisen : Nachhaltige Klassenfahrten: Das ist die Zukunft

Fridays for Future, den ökologischen Fußabdruck verkleinern, den Klimawandel stoppen: Die Generation Z will Aufmerksamkeit schaffen. Aufmerksamkeit auf unsere Welt und vor allem darauf, nachhaltig zu handeln.

Dass es höchste Zeit wird, dies auch auf Klassenfahrten zu übertragen, kommt daher nicht von ungefähr.

Mit dem Kreuzfahrtschiff in den Norden und dem Flugzeug nach Barcelona

In der Regel sollten Klassenfahrten ein unvergessliches Erlebnis sein. Dabei spielt nicht nur der gewählte Reiseort eine Rolle, sondern auch die An- und Abfahrt. Dass günstige Flugreisen in entfernte Länder oft attraktiver wirken als lange Fahrten mit dem Bus, kann bei der Planung einer Schulfahrt zu einer Herausforderung werden. Der ökologische Fußabdruck spielt dabei selten eine Rolle.

Dabei bringt besonders das Fliegen einen sehr hohen CO2-Fußabdruck mit sich: Mit 230g CO2-Emissionen pro Personenkilometer führt es die Liste der schädlichsten Verkehrsmittel mit Abstand an. Im Vergleich dazu: Der CO2-Ausstoß je Personenkilometer bei einem Fernbus liegt bei 29g C02.

Umweltfreundliches Reisen: So geht‘s 

Idealerweise kann das Reiseziel mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden. Dabei weist ein vollbesetzter Reisebus den geringsten CO2-Ausstoß auf. Sollte es sich mit einer Klasse nicht ausgehen, den Reisebus vollständig zu besetzen, dann empfiehlt es sich, zwei Klassen zusammenzuschließen. Vor Ort können sämtliche Sehenswürdigkeiten per Fuß erreicht werden, oder es wird ein gemeinsamer Radausflug geplant. Der nächste Schritt ist die Buchung der passenden Unterkunft: Auch hier gibt es einiges, auf das geachtet werden sollte, damit die Klassenfahrt ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit stattfindet.

Und ja, es gibt sogar Unterkünfte speziell für Schüler, die sich durch Umweltfreundlichkeit auszeichnen. Das Nachhaltigkeitssiegel Green Key ist beispielsweise ein weltweit eingesetztes Umweltzertifikat für Tourismuseinrichtungen wie Jugendherbergen oder Ferienparks. Zudem kann darauf geachtet werden, dass die Unterkunft mit Solarenergie arbeitet und der Strom aus erneuerbarer Energie bezogen wird.

Regionalität und nachhaltige Programmpunkte 

Vor Ort kann dann gemeinsam mit regionalen Lebensmitteln gekocht werden. Warum nicht auch in Kombination mit dem Besuch eines regionalen Bauernhofs? Von Kartoffeln über Eier bis hin zum Salat: erntefrische Zutaten schmecken nicht nur besonders gut, sie können auch mit einem guten Gewissen verspeist werden. 

Für nachhaltige Programmpunkte, bei denen auch Spaß und Action nicht zu kurz kommt, muss man nicht um die halbe Welt reisen. Ob Hochseilgarten, ausgiebige Wandertouren in Verbindung mit einer Brettljause auf der Hütte oder gemütliche Kanufahrten am See: Für sport- und erlebnisorientierte Klassenfahrten ist Deutschland ein wahres Paradies.

Die richtige Vorbereitung beginnt bereits im Unterricht 

Um Schulklassen und Lehrer für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren, ist es notwendig, bereits im Vorfeld - noch vor Antreten der Klassenfahrt - wichtige Punkte zu besprechen und im Unterricht durchzunehmen. Dabei liegt der Fokus auf dem Begriff der Nachhaltigkeit.

Themen wie Erderwärmung, Probleme des Massentourismus, Mülltrennung sowie -vermeidung, Energieverbrauch etc. werden näher beleuchtet. In einigen Schulen wurde dafür das Fach "Biologie und Umweltkunde" bereits eingeführt: Hierbei ist es wichtig, dass möglichst viele Schulen diesem Beispiel folgen. Denn wird die Einstellung zum nachhaltigen Reisen besprochen und gelernt, können Schülerinnen und Schüler im besten Fall auch die Umwelt für ihre nachfolgende Generation erhalten.

Ist das Reiseziel bereits ausgewählt, gibt es die Möglichkeit, verschiedenste Arten des Transports dorthin miteinander zu vergleichen und den ökologischen Fußabdruck anhand des CO2-Ausstoßes zu errechnen. Ausgewählte Projektideen können vor der Fahrt thematisiert und bei der Klassenfahrt miteingebunden werden. Dabei sind keine Grenzen gesetzt.

Ob der Schwerpunkt auf Artenschutz, Klimawandel, Biodiversität, Umweltdaten oder Gewässern liegt: Es kann vor Ort recherchiert und gemeinsam erforscht werden. Dabei kann sich jeder Einzelne wichtige Fragen stellen, wie zum Beispiel: „Wie verändert der Klimawandel unser Leben?“ und „Wie sauber sind unsere Seen, Meere und Flüsse?“. Vor allem der Versuch, die Frage „Wie können wir ein Stück in Richtung Nachhaltigkeit beitragen?“ zu beantworten, steht dabei stets im Vordergrund.

Jede Schulfahrt, die - an die Umwelt denkend - geplant und umgesetzt wird, trägt einen kleinen Beitrag zum Reise- und Umweltbewusstsein bei.