Städteregion: Musikfest: Neues Konzept überzeugt alle Fraktionen

Städteregion: Musikfest: Neues Konzept überzeugt alle Fraktionen

Bei den Musikvereinen der Städteregion kann aufgeatmet werden. Denn der Städteregionsausschuss ist der Empfehlung des Kulturausschusses gefolgt und hat beschlossen, das städteregionale Musikfest weiter finanziell zu unterstützen.

Zuvor hatte sich aus den beteiligten Vereinen reger Protest geregt, weil die Verwaltung auf der Suche nach Einsparmöglichkeiten empfohlen hatte, dieses nicht mehr weiter mit Mitteln der Städteregion zu fördern. Weil am Musikfest bis 2016 immer weniger Vereine und Besucher teilgenommen hatten, wurde die Förderung von insgesamt 6000 Euro für das Haushaltsjahr 2017 gestrichen. Auch deshalb, weil sich fast ausschließlich Musikvereine aus dem Südkreis daran beteiligt hatten und damit der „städteregionale Charakter“ nicht mehr gegeben gewesen sei, wie es von Verwaltungsseiten heißt.

Daraufhin hat der Musikverband Aachen mit seinen mehr als 50 Vereinen und rund 2200 Mitgliedern reagiert und 2017 ein neues Konzept für das Fest — ausgerichtet im Aachener Vorort Kornelimünster — getestet. Dieses hebe nun stärker den Bildungscharakter hervor, hatte der Verbandsvorsitzende Harald Küpper im Kulturausschuss betont. Mit Wertungsspielen, Musizieren in kleineren Gruppen und Jugendfestivals will der Verband künftig vermehrt junge Leute ansprechen, was dann auch dem Musikfest wieder mehr Zuspruch bringen soll. Im vergangenen Jahr hatte dieser allerdings, wohl auch durch die Verlegung des Austragungsortes von der Eifel in den Aachener Süden, sehr zu wünschen übrig gelassen.

Das neue Konzept und die von Küpper vorgebrachten sozialen Funktionen der Vereine überzeugten aber die Mitglieder beider Ausschüsse: Einstimmig wurde schließlich beschlossen, dass die Musikfeste künftig wieder auf Antrag mit Zuschüssen in der Höhe von bis zu 6000 Euro gefördert werden können.

Zurückhaltender zeigten sich einige Fraktionsvertreter bei der Vorstellung der Studie zur Stellung der Fotografie in der Region Aachen im Kulturausschuss. Soziologen der RWTH hatten dazu unter der Leitung von Roger Häußling etwa die wirtschaftliche Situation von Fotografen und deren Vernetzung zu potenziellen Ausstellern untersucht. Demnach würde die Mehrzahl der Befragten gerne mehr künstlerische Aufträge als reine Auftragsarbeiten machen, was aber aus finanziellen Gründen kaum möglich sei. Manfred Bausch (SPD) waren diese Erkenntnisse „etwas zu dünn“, um eine 170 Seiten starke Studie zu rechtfertigen, die immerhin rund 5000 Euro gekostet hat. Die dabei erhobenen Daten werden nach Verwaltungsangaben nun aber auch als Grundlage dienen für eine Online-Artothek, die regionale Fotografen sichtbarer machen soll.

Leo Pontzen (CDU) hob in diesem Zusammenhang die Arbeit des Kunst- und Kulturzentrums (KuK) in Monschau als viel beachteten Ausstellungsort hervor, der trotz der abgelegenen Lage immer wieder eine enorme Resonanz bei den Besuchern finde.

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