Kreis Heinsberg: Musikalisches Ereignis hilft auch „Regenbogen”

Kreis Heinsberg: Musikalisches Ereignis hilft auch „Regenbogen”

Das Kammerorchester Juvenaalia aus Epon in Finnland auf seiner Konzertreise auch als Gast der Kreismusikschule Heinsberg in der Birgelener St. Lambertuskirche begrüßen zu können, war ein festivalgestimmtes, musikalisches Ereignis.

Juvenaali ist ein 20 junge Musiker umfassendes reines Streichorchester, das auf ungewöhnlich hohem Niveau musiziert und dabei auch gute Kontakte mit ausländischen Jugendorchestern pflegt. Vor neun Jahren lernten sich die finnischen und die jungen deutschen Musiker der Kreismusikschule aus dem Westen Europas kennen. Seitdem bestehen freundschaftliche Kontakte. Seit 2003 wird auch gemeinsam musiziert, und zum zweiten Mal war das Orchester mit seinem Dirigenten Janne Hannijarvi jetzt im Kreis Heinsberg zu Gast.

Das Konzert in St. Lambertus war zugleich ein Benefizkonzert zu Gunsten des ökumenischen Hospizdienstes Regenbogen im Kreisgebiet. Propst Thomas Wieners begrüßte als Hausherr und als Mitglied des Vorstandes der Hospizinitiative die jungen Gäste mit ihren Dirigenten in der räumlich wie akustisch bestens geeigneten Lambertuskirche. Herzlich fiel auch die Begrüßung durch Gerda Mercks, die Leiterin der Kreismusikschule Heinsberg, aus.

Den ersten Teil des Programms bestritt Juvenaalia mit einem wunderschönen, auch spannungsvollen teil, der mit Henry Purcells (1659 bis 1695) „Abdelazer-Suite” in die barocke Tonwelt entführte. Das Zusammenspiel der verschiedenen Streichergruppen war vollkommen. Mit dem Konzert für Violoncello des zeitgenössischen Komponisten Adam Vilagi stellte das Orchester mit Risto Rajakorpi einen Solisten mit Ausnahmestatus vor. Er meisterte die schwierige moderne Komposition auf seinem Cello wahrhaft meisterlich. Da blieb für die fasziniert mitgehenden Zuhörer nur noch die „Vorstellung” eines Erlebnisses in der Natur - wie im „Bienenstock” oder im „Ameisenhort”, in den endlich große Ruhe einkehrt nach turbulenten „Eingriffen”. Der Künstler ist inzwischen bei den Dortmunder Sinfonikern als Cellist und Solist eingesetzt. Der Beifall in St. Lambertus für den Cellisten wie für den Komponisten war „frenetisch”. Mit Edward Griegs „Holberg-Suite” (1843 bis 1907) fand das Konzert des Orchesters seinen Abschluss, der dem großen Norweger und seiner Dicht- und Kompositionskunst voll entsprach.

Im zweiten Teil trat das 35 Jungmusiker umfassende Sinfonieorchester der Kreismusikschule Heinsberg unter Leitung von Ernest Frissen auf. Das große Streicherensemble wurde ergänzt von einer jungen Bläsergruppe und von mehreren Cellisten; einer Bratschistin und einigen Mitgliedern der Bässe aus dem finnischen Orchester. Die viel gelobte Akustik von St. Lambertus erwies sich auch jetzt wieder als ausgewogen und sehr angenehm. Die Ouvertüre zu „La Madista Raggiratrice” von Paisiello (1740 bis 1816) war klangschön und ausgewogen. Die berühmte Filmszene aus „Pirates of the Caribean” (Dead Mans Chest) des deutschen Hollywood-Filmkomponisten Hans Zimmer war der Höhepunkt dieses impulsiv gestalteten Konzertteiles. Dazu passte dann noch Astor Piazollas „Libertango” - eine Tangoadaption des südamerikanischen Komponisten. Mit verspäteter Zugankunft spielte die erst 15-jährige Violistin Maike Brümmer das „Halleluja” in ihrer Version mit feinem Strich und der richtigen Steigerung an der richtigen Stelle.

Der Beifall für die jungen Musiker und ihrer Dirigenten aus Finnland wie auch für ihre jungen Freunde von der Kreismusikschule Heinberg war langanhaltend und wohlverdient.

Die Vorstandsmitglieder der Kreismusikschule, die Vertreter des Vorstandes von Regenbogen und Propst Thomas Wieners bedankten sich herzlich für diesen Einsatz der jungen Künstler. Sie begeisterten auch bei einem zweiten Konzert in der Aula des Gymnasiums Hückelhoven das Publikum, als sie nach einem gemeinsamen Probetag auftraten unter dem Motto: „Music makes friends”.

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