Kreis Düren: Motto: Ein Kreis, ein Preis und mobil ab 9 Uhr

Kreis Düren: Motto: Ein Kreis, ein Preis und mobil ab 9 Uhr

Mobilität hat ihren Preis: Eine einfache Fahrt von Nideggen nach Düren kostet für einen Erwachsenen 4,50 Euro, ein Tagesticket für den gesamten ÖPNV im Kreis Düren neun Euro.

Für die rund 20.000 Empfänger staatlicher Hilfeleistungen (Arbeitslosengeld II, Grundsicherung etc.) im Kreis Düren, in deren monatlichem Regelsatz gerade einmal 15 Euro für Fahrten mit Bussen und Bahnen vorgesehen sind, ist das ein kaum erschwinglicher Luxus.

Deshalb brachte der Kreistag die Idee eines Sozialtickets auf den Weg, das nach Verhandlungen mit dem Aachener Verkehrsverbund (AVV) zum nun 1. Juli in einem erst einmal auf ein Jahr befristeten Modellprojekt im Kreis eingeführt wird.

Für die vom Gesetzgeber eingeräumten 15 Euro haben die Hilfeempfänger ab sofort die Möglichkeit, einen Monat lang kreuz und quer mit Bussen und Bahnen durch den Kreis zu fahren. Je nach Preisstufe bringt ihnen das eine Ersparnis von bis zu 85 Prozent.

Einzige Einschränkung: Das Ticket gilt montags bis freitags erst ab 9 Uhr, damit in der Spitzenzeit des Schülerverkehrs keine zusätzlichen Fahrzeuge eingesetzt werden müssen und dadurch die Kosten explodieren.

„Ein Flächenkreis, der seinen Bürgern nicht die notwendige Mobilität vorhält, verliert an Zukunftsfähigkeit”, kommentierte Landrat Wolfgang Spelthahn am Dienstag bei der Vorstellung die neue Errungenschaft, die ein Einstige sein soll für den Umgang mit speziellen Bevölkerungsgruppen, erklärte DKB-Geschäftsführer Bernd Böhnke.

Das Mobilticket kann ab sofort beantragt werden. Anträge liegen in allen Rathäusern aus, können aber auch im Internet (www.dkb-dn.de) heruntergeladen werden. Der Preis von 15 Euro wird direkt von der staatlichen Hilfe abgezogen.

Das jeweils zuständige Grundsicherungsamt prüft den Antrag und gibt auch das Ticket monatlich aus. Sollte eine unmittelbare Überweisung über die Abtretung der Sozialleistung nicht möglich sein, ist der personengebundene Fahrschein auch gegen Barzahlung im DKB Service-Center am Kaiserplatz in Düren erhältlich, aber nur bei Vorlage des Sozialleistungsbezuges.

Das Mobilticket ist nur im Jahresabonnement erhältlich, das mit Ende des Modellversuchs am 30. Juni 2010 ebenso automatisch ausläuft wie beim Wegfall der Sozialleistungen.

Hans Joachim Sistenich, Geschäftsführer des AVV, sprach von einem mit Augenmaß entwickelten Modell, das die schwere Lebenssituation der Hilfsbedürftigen ein wenig abmildern soll. Ziel ist es, langfristig Menschen an den ÖPNV zu binden.

Der mit dem Kreis Düren vergleichbare Kreis Unna hat es vorgemacht. Nach den dortigen Erfahrungen rechnen Landrat Spelthahn damit, dass rund 1500 Menschen das Angebot im Kreis Düren nutzen werden.